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Klassisches Reiten und Natural Horsemanship in Verden

Zwei Welten vereint

Wie gut klassisches Reiten und Natural Horsemanship zusammenpassen, davon konnten sich
1.400 Besucher an zwei Tagen bei der Veranstaltung „Parelli live – when two worlds come together“ überzeugen. Auf Einladung des Hannoveraner Verbandes und der Persönlichen Mitglieder kamen Linda und Pat Parelli in die Verdener Niedersachsenhalle.

Spielerisch Vertrauen aufbauen – die Zuschauer staunten, wie schnell Parelli das Fohlen für sich gewinnen konnte. Foto: Hannoveraner Verband

Hochkarätige Pferdeexperten trafen zum Austausch und zur Weitergabe ihres Wissens zusammen: Linda und Pat Parelli aus den USA, Christoph Hess, Leiter der Persönlichen Mitglieder und Ausbildungsbotschafter der FN, Uta Gräf, erfolgreiche Kaderreiterin Dressur, und Sandra Auffarth, Doppelweltmeisterin und Olympiasiegerin im Vielseitigkeitsreiten. Die Idee war, die beiden Ausbildungsmethoden gemeinsam in Verden zu präsentieren. Schließlich beginnt die Ausbildung bereits im Züchterstall, und der fachgerechte Umgang und die korrekte Grundausbildung sind für den gesamten weiteren Lebensweg des Pferdes entscheidend. Eindrucksvoll wurde dies von Pat Parelli demonstriert: Dazu war Züchterin Clara Briefs mit Stute Smilla und Fohlen Dante’s Rose angereist. Das Fohlen reagierte sehr positiv auf das Natural Horsemanship: In spielerischer Art und Weise machte sich Pat Parelli das neugierige Verhalten von Dante’s Rose zunutze und baute dies in Vertrauensübungen ein. Clara Briefs war begeistert: „Mir hat sehr gut gefallen, wie leicht Pat Parelli mit dem Fohlen gearbeitet hat. Es ist für mich eine große Motivation, dass ich schon in den ersten Monaten gute Grundlagen für ihre spätere Aufgabe als Reitpferd legen kann.“

Konzentration

Ebenfalls mit in das Programm integriert, wurden einige Kandidaten der Hannoveraner Auktion im Juli. Doloris, eine sechsjährige Rappstute, war sensibel – das Training mit dem Horseman zeigte jedoch Wirkung. Sie war konzentriert, empfänglich für die Hilfen und bestätigte diesen Eindruck am zweiten Veranstaltungstag unter dem Sattel. Auch Springpferde demonstrierten ihre Qualitäten, wobei ein Youngster von der Atmosphäre in der Niedersachsenhalle sehr beeindruckt war. Hier wurde deutlich, welchen Beitrag Horsemanship leisten kann. Das Pferd musste erst lernen, sich auf seine Arbeit zu konzentrieren, bevor es über den Hindernissen gezeigt werden konnte. Kurzerhand wurde das Programm umgestellt, um diese Herausforderung zu lösen. Pat Parelli arbeitete mit ihm am zweiten Tag vom Boden aus. Bereits nach 15 Minuten veränderte sich der Youngster komplett und fand zur Ruhe. Auch das Pferd von Sandra Auffarth, eine achtjährige Hannoveraner Stute, musste mit der Atmosphäre vertraut gemacht werden. Mit ihrem feinen, ästhetischen Reitstil zeigte die Sportlerin, wie man mit so einer Situation umgeht, ein Pferd formt und auf Leistungsaufgaben vorbereitet. Gemeinsam mit Christoph Hess gab Pat Parelli Tipps für das Training der Stute.

Beeindruckende Ritte

Zu den Höhepunkten der Veranstaltung zählten die Ritte von Uta Gräf, die klassisches Dressurreiten zelebrierte. Neben der Ästhetik des Dressurreitens machte sie deutlich, wie mit klassischer Ausbildung die Fähigkeiten zur Entfaltung gebracht werden können. Wie es aussehen kann, wenn die zwei Welten vereint sind, zeigte die Parelli-Schülerin und bis zur schweren Klasse reitende Marion Oesch aus der Schweiz mit ihrem Pferd Whisper. Die gut sitzende und fein einwirkende Reiterin ist mit ihrem Wallach in beiden Welten zuhause, was sie in ihrer Darbietung mit schweren Dressurlektionen eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Die Gäste von Parelli live kamen aus allen Teilen Deutschlands sowie dem benachbarten Ausland und waren begeistert. Zuchtleiter und Geschäftsführer Dr. Werner Schade zog ein positives Fazit: „Die Reaktio­nen der Besucher haben gezeigt, dass diese zwei Welten wirklich zusammengebracht werden wollen und es auch wurden. Es besteht ein starker Wunsch danach, mit Pferden gut umzugehen und Vertrauen und Harmonie zu entwickeln.“ Diesen eingeschlagenen Weg wird der Hannoveraner Verband fortzusetzen. Erste Gespräche mit allen Beteiligten laufen hierüber bereits.

Julia Hansen

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