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Die Jagd auf Gold

Die Europameisterschaften in den fünf Disziplinen Springen, Dressur, Fahren, Voltigieren und Reining sind DAS Pferdesportereignis dieses Jahres. Rund 400.000 Zuschauer aus dem In- und Ausland werden in der Soers erwartet. Der Aachener Veranstalter ist gut gerüstet, die deutschen Pferdesportler werden hochmotiviert vor heimischem Publikum an den Start gehen. Wie die Bundestrainer die Stärken ihrer Aktiven einschätzen und mit welchen Herausforderungen sie rechnen, erläutern sie in Interviews auf den folgenden Seiten dieser Ausgabe.

Springen: Letzter Formcheck beim CSIO Hickstead

Heißer Tanz in Aachen

Bundestrainer Otto Becker. Foto: FN

Das deutsche Team
Reiter (Longlist) Christian Ahlmann
Ludger Beerbaum
Daniel Deußer
Hans-Dieter Dreher
Marcus Ehning
Marco Kutscher
Janne-Friederike Meyer
Meredith Michaels-Beerbaum
Mario Stevens
Patrick Stühlmeyer
Andre Thieme
Bundestrainer und Equipechef Otto Becker
Co-Trainer Heinrich-Hermann Engemann
Tierarzt Dr. Jan-Hein Svagemakers
Daniel Deußer und Cornet d’Amour: bestes deutsches Paar bei den Weltreiterspielen 2014 und nun wieder im Team. Foto: Dirk Caremans

Wie nah Triumph und Niederlage beieinander liegen, haben die Springreiter in den letzten Jahren zur Genüge erfahren. Entsprechend groß ist der Druck, bei der Europameisterschaft im eigenen Land eine Medaille zu gewinnen.

 

PM-Forum: Die Briten, die Iren, die Schweizer und andere Nationen brauchen noch die Olympiaqualifikation für Rio im nächsten Jahr und werden ihre besten Reiter nach Aachen schicken. Die Niederländer sind nach ihrem WM-Sieg 2014 auch wieder siegeshungrig. Auch sonst wird es nicht an Konkurrenz mangeln. Wie stehen die Chancen für die Deutschen?

Otto Becker: Es ist uns allen klar: Das wird ein heißer Tanz. Von einem Heimspiel spricht niemand, ganz im Gegenteil. Oft war es so, dass Championate weit weg wesentlich besser liefen. Man hat mehr Ruhe, weniger Medieninteresse. Im eigenen Land wird viel mehr an den Reitern gezerrt. Aber wir werden ein gutes Team haben. Wir nominieren erst Anfang August und wollen noch den CSIO in Hickstead abwarten.

PM-Forum: Aber der Kern der Mannschaft dürfte doch wohl feststehen…

Becker: Wir haben im Springausschuss die Saisonergebnisse analysiert. Ludger Beerbaum und Chiara, Daniel Deußer und Cornet d’Amour sowie Christian Ahlmann mit Taloubet Z sind schon unsere erste Wahl, aber der vierte Teamreiter und die Reserve sind noch offen. Da haben wir einige Optionen.

PM-Forum: Im Mannheimer Nationenpreisteam ritt Meredith Michaels-Beerbaum mit Fibonacci. Zwei Abwürfe, eine Nullrunde, reicht das für die EM?

Becker: Das will ich so nicht beantworten. Meredith hatte eine Schlüsselbeinfraktur und reitet erst seit kurzem wieder. Sie sagte selber, dass sie sich im ersten Umlauf, in dem die Fehler passierten, wie eingerostet gefühlt habe. In der zweiten Runde sprang das Pferd hervorragend und Meredith fühlte sich deutlich besser.

PM-Forum: Einige Kaderreiter haben hervorragende junge Pferde. Kommt da schon einer fürs Champio­nat in Betracht?

Becker: Es reifen wirklich gute Pferde heran. Dazu zähle ich den zehnjährigen Brooklyn von Mario Stevens, den wir auch schon in einem Nationenpreis eingesetzt haben, und Goya von Janne-Friederike Meyer. Der Wallach ist erst neun Jahre alt und ist auch in der engeren Auswahl für die EM.

PM-Forum: Ludger Beerbaum hat kritisiert, dass die deutschen Teams nicht mehr gewinnen und gefordert, dass ein Ruck durchs deutsche Team gehen muss. Wie stehen Sie zu der Kritik?

Becker: Ludger Beerbaum beschönigt nichts, er ist selbstkritisch und fordert dies auch von anderen. Nicht zuletzt deshalb ist er so wichtig fürs Team. Und es stimmt ja auch, alle Paare sind gut, aber es hat in der letzten Zeit nicht für Siege gereicht. Man muss nichts schönreden, aber ich bin trotzdem überzeugt, dass wir ganz nah an der Spitze dran sind. Und wenn alle konzentriert und die Pferde auf den Punkt fit sind, wir ein bisschen Glück haben, dann soll’s wohl mit einer Medaille klappen. Nach der Nominierung gibt es noch ein zweitägiges Trainingslager, wo sich alle als Team zusammenfinden können.

hen

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