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Initiative Besser Reiten in Verein und Betrieb

„Wahnsinnig anspruchsvolles Format“

Einen Lehrgang mit Isabell Werth oder Ingrid Klimke im Sattel zu geben, ist für jeden Referenten vergleichsweise einfach. Aber mit unbekannten Vereinsmitgliedern gleich ein PM-Seminar abzuhalten, erfordert viel pädagogisches Geschick. Das beweisen die drei Referenten Isabell von Neumann-Cosel, Georg-Christoph Bödicker und Rolf Petrusche, die für die Initiative „Besser Reiten in Verein und Betrieb“ durchs Land reisen.

Christoph Hess, 2014 Motor der Initiative „Besser Reiten in Verein und Betrieb“, hat in diesem Jahr Unterstützung von drei weiteren Referenten bekommen. Foto: privat

Isabell von Neumann-Cosel spricht es offen aus: „Das ist ein wahnsinnig anspruchsvolles Format“. Anspruchsvoll, weil die Referenten zwei Tage zu Gast in einem Reitverein oder Pferdebetrieb sind, am ersten Tag „geheim“ Unterricht geben und am nächsten Tag mit ausgesuchten Vereinsmitgliedern bei einer öffentlichen PM-Veranstaltung für gute Ausbildung werben. „Für solche Lehrgänge braucht man viel Erfahrung. Man muss ständig umdenken und Plan B in der Tasche haben, wenn Plan A nicht funktioniert. Das heißt, wenn ich merke, dass ich mit dieser oder jener Übung keinen richtigen Zugang zur Reiterin oder zum Reiter finde, muss ich nach Alternativen suchen, um sie zu erreichen. Und in den allermeisten Fällen klappt das sehr gut. Die Reiter merken: Da geht doch noch was.“ Die Expertin für den richtigen Sitz war in Reitvereinen zu Gast, in denen schwerpunktmäßig Kinder und Jugendliche am Reitunterricht teilnehmen – von Klasse E bis L. Die Sitzschulung und die Einwirkung aufs Pferd nahmen naturgemäß breiten Raum ein.

Spezialistin Isabell von Neumann-Cosel arbeitet bei ihren Seminaren schwerpunktmäßig mit Jugendlichen. Foto: privat

Wie Isabell von Neumann-Cosel spüren auch ihre Referenten-Kollegen Rolf Petrusche und Georg-Christoph Bödicker, wie dankbar die Vereine und Betriebe für die Initiative sind und wie engagiert sie sich für diese Zweitageseminare ins Zeug legen. Petruschke, der weitgehend mit erwachsenen Mitgliedern arbeitete, sagte: „Ich hatte das Gefühl, dass sich die Reiter regelrecht geadelt fühlten, dass sich die FN, die normalerweise ja weit weg ist, für sie an der Basis interessiert.“

Springtrainer Georg-Christoph Bödicker vermittelte die Grundlagen des Spring­reitens in seinen Seminaren. Foto: FN-Archiv

Jetzt bewerben:

„Besser Reiten in Verein und Betrieb“ wird auch in 2016 weitergeführt. Bis zu zehn zweitägige Seminare mit öffentlicher PM-Veranstaltung am zweiten Tag sind vorgesehen. Bewerben können sich alle Pferdesportvereine und Pferdebetriebe, die Mitglied in einem Landesverband sind und auf deren Anlage eine Halle zur Verfügung steht.

 

Interessenten füllen einfach den Bewerbungsbogen im Internet aus, beschreiben kurz ihren Verein/Betrieb und schicken, wenn möglich, Fotos ein.

 

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.pferd-aktuell.de/besser-reiten/besser-reiten-im-verein-und-betrieb

Er war unter anderem in Meerbusch, im Reiterverein Haus Kierst, aktiv. Dort hatte der Verein verdiente erwachsene Ehrenamtler für das Seminar vorgeschlagen, quasi als Dankeschön für die vielen Stunden, die sie bei Turnieren, beim Weihnachtsreiten usw. unentgeltlich Dienst schieben. „Das war eine tolle runde Sache und die positive Resonanz hat mich darin bestätigt, dass die FN und die PM hier einen guten Weg beschritten haben.“ Das bestätigt auch Georg-Christoph Bödicker, bei dessen Seminaren die Springausbildung im Vordergrund stand.

Rolf Petruschke  bespricht beim  RV Haus Kierst mit  Reitschüler Achim Urbanek auf Lanciano eine Ausbildungseinheit.  Foto: privat

Mit der Aktion „Besser Reiten in Verein und Betrieb“ will die FN – finanziell unterstützt von den PM – bundesweit Vereine und Betriebe stärken. Und die Idee kam sehr gut an. Im vorigen Jahr gingen 118 Bewerbungen aus dem ganzen Land ein für die exklusiven Zwei-Tages-Seminare mit Christoph Hess, der nach zwei Pilot-Veranstaltungen noch vierzehn weitere Stationen besucht hat. In diesem Jahr wurden aus 74 Bewerbungen elf Gewinner ausgewählt. Die Botschaft vom besseren Reiten ist in fast allen Landesverbänden angekommen, nur Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen sind noch weiße Flecken auf der PM-Projektkarte. Inzwischen hat sich Christoph Hess aus der Aktion ein wenig zurückgezogen und tatkräftige Unterstützung von Isabell von Neumann-Cosel, Georg-Christoph Bödicker und Rolf Petruschke bekommen. Hess ist sich sicher: „Das Projekt muss unbedingt fortgeführt werden. Eine tolle Sache und sehr, sehr wichtig.“

hen

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