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PM-Reisen Kurzmeldungen

Erste PM-Expeditionsreise in die Mongolei

Zurück aus dem Reich des Dschingis Khan

Weite Landschaften, unberührte Natur. Zwischendrin die weißen Jurten der mongolischen Nomaden, die mit Ponys und Kamelen ihre riesigen Schaf- und Ziegenherden hüten. Wilde Pferderennen beim Nationalfest der Mongolen, dem Naadam. Und natürlich Przewalskis, die letzten „echten“ Wildpferde der Welt. Zurück von der ersten Expeditionsreise der Persönlichen Mitglieder erzählt Zoo­direktor a.D. Jörg Adler, der als Reisebegleiter mit dabei war, von den Besonderheiten dieses rauen, aber faszinierenden Landes.

Die Eröffnungsfeier des Naadam-Festivals zeigt Szenen aus der mongolischen Geschichte. Fotos: Kirstin Seidel
Gruppenbild: Die Teilnehmer der ersten PM-Reise in die Mongolei.

PM-Forum: Seit 20 Jahren werden die seit 1969 in freier Natur ausgestorbenen Przewalski-Wildpferde wieder in der Mongolei ausgewildert. Das ist sicher ein schöner Erfolg nicht zuletzt der europäischen Zoos, die sich um deren Erhaltungszucht gekümmert haben. Wem genau ist dies zu verdanken?

Jörg Adler: Schon in den 70er Jahren begannen europäische und nordamerikanische Zoos, ein Auswilderungsprojekt für diese faszinierenden Urwildpferde, die sogenannten Takhis, wissenschaftlich vorzubereiten. Seither sind beispielhaft die Zoos von Prag, Köln und auch Leipzig mit Pferden aus eigener Nachzucht an dem Projekt beteiligt.

PM-Forum: Konnten Sie überhaupt ein Exemplar oder sogar eine Herde in freier Natur entdecken und wo genau war das?

8.17_26_Joerg_Adler_MongoleiPM-Expedition 2018

Wer im kommenden Jahr mit auf diese zehntägige, abenteuerliche PM-Reise gehen möchte, kann sich ab sofort bei FNticket&travel unverbindlich vormerken lassen. Jörg Adler führt Mitte Juli 2018 wieder eine kleine PM-Gruppe mit begrenzter Teilnehmerzahl durch das Land Dschingis Khans. Die Interessenten werden vor Veröffentlichung über das Reiseangebot informiert. (Foto: K. Heepmann)

FNticket&travel:
Telefon 02581/6362-626
Fax 02581/6362-100
pm-reisen@fn-dokr.de

 

Jörg Adler: Als unsere Gruppe die ersten Wildpferde im Hustai Nationalpark gemeinsam mit dem Nationalpark-Direktor in der späten Abendsonne entdeckte, war die Begeisterung kaum zu beschreiben. Am nächsten Morgen konnten wir die Takhis noch näher in einem kleinen Tal erleben, Fohlen waren auch dabei.

PM-Forum: Gibt es in der Mongolei noch andere Regionen, wo Przewalskis freilebend vorkommen?

Jörg Adler: In der sogenannten Gobi B leben Wildpferde in verschiedenen Regionen, getrennt nach Bachelor-, also Junggesellengruppen, und züchtenden Herden.

PM-Forum: Viele Mongolen leben auch heute noch als nomadisierende Viehzüchter. Welche Tiere halten sie und welche Bedeutung haben ihre Mongolenponys – nicht zu verwechseln mit Przewalskis – für sie?

Jörg Adler: Die Nomaden, die heute in einigen Fällen schon große „Zuchtunternehmer“ sind, halten neben den typischen  Mongolenponys, die eine Jahrtausende alte, von anderen Rassen unbeeinflusste Zuchtgeschichte aufweisen, insbesondere Schafe (Kaschmir) und Ziegen in zum Teil riesigen Herden, sowie Trampeltiere – also zweihöckrige Kamele – und gelegentlich auch Rinder. Die Mongolenponys liefern Milch, Fleisch und Leder, sind aber auch als hochgeschätzte Renn- und Hütepferde im Einsatz.

Przewalski-Wild­pferde im Hustai-Nationalpark
Mongolische Nomaden leben von der Rinder-, Schaf-, Ziegen- und Kamelzucht.
Mongolenponys in einem frucht­baren Tal.

PM-Forum: Durch welche Landschaften und Naturräume führte denn die Expedition und welche hat Sie und die mitreisenden PM am meisten beeindruckt?

Jörg Adler: Unsere Reise durch die zentrale Mongolei hat uns zwar nur einen kleinen Ausschnitt des Landes gezeigt, aber auch das war überwältigend. Der häufige Wechsel zwischen karger Steppe, fruchtbarer Flusslandschaft, Bergen und Wüste hat uns immer wieder zu Fotostopps eingeladen, so faszinierend ist dieser Landesteil. Das Besteigen der legendären „singenden Düne“ Khongoriin Els im größten Nationalpark des Landes, dem „Gobi Gurwan Saichan National Park“, war für die Gruppe ein Höhepunkt, der Blick über die schier unendliche Sandwüste bleibt unvergesslich.

PM-Forum: Konnten Sie Wildtiere beobachten?

Jörg Adler: Die gute Vorbereitung dieser Expedition hat sich gelohnt: Neben den charismatischen Takhis beobachteten wir unter anderem possierliche Murmeltiere und Pfeifhasen, aber auch die riesigen Lämmergeier, die eine faszinierende Lebensweise haben, sowie die eher zart wirkenden Jungfernkraniche.

PM-Forum: Hatten Sie Kontakt zu Einheimischen und konnten Sie ein wenig der mongolischen Kultur kennenlernen?

Jörg Adler: Wir trafen regelmäßig auf Nomaden, man kann sich der Gastfreundschaft dieser Menschen nicht entziehen. Wir besuchten Pferde- und Kamelzüchter und wurden immer mit Airag, der gegorenen Stutenmilch, begrüßt. Der Zuspruch zu diesem (leicht) alkoholischen Getränk war aber in der Reisegruppe durchaus unterschiedlich …

Bogenschießen beim Naadam-Festival.

PM-Forum: Welche traditionellen „Disziplinen“ haben Sie sich beim Naadam-Festival angeschaut?

Jörg Adler: Im Vordergrund stand natürlich der Besuch der Pferderennen. Unvorstellbar, wie sechs- bis zehnjährige Knirpse über 13 oder mehr als 20 Kilometer lange Rennstrecken förmlich mit den Pferden verschmelzen und beim Zieleinlauf von tausenden Menschen frenetisch gefeiert werden. Wir haben aber auch die Eröffnungszeremonie im Stadion erlebt, ein imposantes Schauspiel quer durch die Geschichte der Mongolei.

Jeder Tag dieser erlebnisreichen Reise bleibt unvergesslich, jeder Tag hatte seine besonderen Reize. Fazit mancher Teilnehmer: „Ich könnte gleich noch mal losfahren…“

PM-Forum: Herr Adler, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Das Interview führte Barbara Comtois.

Bildergalerie: Impressionen aus der Mongolei

Fotos: Jörg Adler (1), Kirstin Seidel (18)

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