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PM Forum Ausgabe 9/2016

Editorial

Liebe Persönliche Mitglieder,

mit großartigen Erfolgen sind die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro für die deutsche Reiter zu Ende gegangen. Mit sechs Medaillen wurden unsere Hoffnungen und Erwartungen sogar noch übertroffen. Unsere Reiter haben in allen Disziplinen großartige Leistungen gezeigt. Michael Jung als Titelverteidiger bestätigte mit der erneuten Goldmedaille einmal mehr seine Ausnahmestellung in der Vielseitigkeit, die Mannschaft kämpfte sich im Springen noch auf den Silberrang vor. Unser hoch favorisiertes Dressurteam konnte die Goldmedaille zurückerobern, die Bilanz fällt mit zusätzlich Einzel-Silber (Isabell Werth) und -Bronze (Kristina Bröring-Sprehe) phantastisch aus. Die Bronzemedaille der Springreiter hat mich nicht minder begeistert, da in dieser Disziplin die Leistungsdichte der weltbesten Nationen so groß ist, dass oftmals nur das kleine Quäntchen Glück und die Tagesform über Medaillen oder Niederlagen entscheiden. Ein großes Kompliment an unsere Aktiven, an die Trainer, Pfleger und das Team im Hintergrund, also Tierärzte, Humanmediziner, Physiotherapeuten und Hufschmied! Mein ganz besonderer Dank gilt den Pferdebesitzern, die diesen Erfolg überhaupt erst möglich gemacht haben.

Mancher von uns reiste mit Skepsis zu diesen Spielen. Zu viele schlechte Nachrichten aus dem Gastgeberland im Vorfeld machten es schwer, olympische Euphorie zu entfachen. Vor Ort waren wir angenehm überrascht. Die Organisation klappte weit besser als angenommen, das befürchtete Chaos blieb aus. Die olympische Reitanlage in der Militärstadt Deodoro bot mit guten Böden und Ställen beste Bedingungen. Auch der sportliche Ablauf funktionierte reibungslos. Als größte Herausforderung erwies sich der Transport unserer Reiter und des Teams von den Unterkünften zur Reitanlage und wieder zurück. Aber auch dieses Problem konnten wir lösen. Die gute Stimmung untereinander entschädigte für so manchen „Stolperstein“.

Enttäuschend war der geringe Zuschauerzuspruch. Die Vielseitigkeits- und Dressurreiter ritten vor fast leeren Rängen. Natürlich war uns bekannt, dass beide Disziplinen in diesem Land kaum Bedeutung haben, aber daran allein lag es nicht.

Mangelndes Publikumsinteresse prägte auch die Wettkämpfe vieler anderer Sportarten. Umso erfreulicher, dass wenigstens zu den Entscheidungen der Springreiter die Ränge voll waren und endlich die Stadionatmosphäre aufkam, die wir uns an allen Tagen gewünscht hätten.

Unsere Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitsteams sind mit ihren Pferden wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt. Nun gilt es, unserer Para-Dressurmannschaft mit Hannelore Brenner, Stefan Zeibig, Alina Rosenberg, Elke Philipp sowie Carolin Schnarre die Daumen zu drücken. Auch zu den Paralympics, die am 8. September in Rio beginnen, ereilten uns Hiobsbotschaften über millionenschwere Finanzierungslücken bis hin zur drohenden Absage der ganzen Veranstaltung. Inzwischen scheint die Krise eingedämmt zu sein. Hoffen wir, dass auch die Para-Dressurreiter schöne Spiele erleben werden!

Breido Graf zu Rantzau
Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. (FN)

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