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Ausbildungstipp

Schiefe Hüfte korrigieren

Frage: Ich habe das Problem, dass ich häufig beim Reiten mit der Hüfte einknicke. Wie kann ich das abstellen bzw. korrigieren? Julia Schreyer

Das Einknicken in der Hüfte ist ein sehr häufig auftretendes Phänomen, das sich nicht leicht korrigieren lässt. Oftmals hängt das damit zusammen, dass der Reiter glaubt – und dieses auch so fühlt – gerade und balanciert in die Bewegung einzusitzen und hinein­zuschwingen. Das ist aber nicht der Fall, weil er schon auf der geraden Linie nicht beide Gesäßknochen gleichmäßig belastet. Dies ist jedoch die Voraussetzung dafür, nicht in der Hüfte einzuknicken. Sicherlich gibt es viele wirkungsvolle Übungen, die Sie generell trainieren können, um balanciert im Sattel zu sitzen und damit nicht in der Hüfte einzuknicken. Empfehlen möchte ich Ihnen in diesem Zusammenhang Buch und Video von Susanne von Dietze „Balance in der Bewegung“ (FNverlag, Warendorf). Für die tägliche Arbeit mit Ihrem Pferd bietet sich Folgendes: Sie müssen mit Ihren Augen, Ihrem Blick die Linie „abreiten“. Sie müssen also in die Richtung blicken, in die Sie reiten möchten.

Sitzschiefe: Illustration: Cornelia Koller, Dierkshausen; mit frdl. Genehmigung entnommen aus „Grundausbildung für Reiter und Pferd, Richtlinien für Reiten und Fahren, Band 1“, Hrsg.: Deutsche Reiterliche Vereinigung, FNverlag, Warendorf, 2014

Das Problem lösen Sie, wenn Sie mit Ihren Augen den Weg antizipieren, den Sie hinterher reiten – sei es eine große oder eine eher enge gebogene Linie. Dadurch sitzen Sie automatisch in die Bewegung hinein und die Gefahr des Einknickens in der Hüfte ist dadurch in jedem Falle minimiert.

Weiterhin empfehle ich Ihnen, mit einer Hand zu reiten (die Zügel jeweils in die äußere Hand zu nehmen), weil Sie dadurch gefordert sind, vermehrt aus Ihrer Körpermitte heraus und weniger mit dem inneren Zügel auf Ihr Pferd einzuwirken. Vielfach entsteht das Problem des Einknickens in der Hüfte dadurch, dass Sie zu stark den inneren Zügel einsetzen und deshalb auf den äußeren Gesäßknochen „rutschen“. Dabei verlagern Sie Ihr Körpergewicht auf die äußere Seite. Gelingt das Reiten mit den Zügeln in einer Hand auf beiden Händen, wird sich Ihr Gefühl für Balance von selbst verbessern. Als weiteren Hinweis empfehle ich Ihnen, zu Beginn und vor allem am Ende Ihrer Trainingseinheit Ihr Pferd am langen – in Ausnahmefällen sogar mit hingegebenem Zügel – zu reiten und häufige Richtungsänderungen vorzunehmen und dies primär mit Ihrer Gewichtsverlagerung. Je feiner und sensibler Sie Ihr Pferd darauf abgestimmt haben, desto besser werden auch Sie sich selbst im Sattel balancieren können. Die Ursache für das Einknicken in der Hüfte ist im Regelfall ein generelles Balanceproblem, das Sie auch vor diesem Hintergrund „anpacken“ sollten.

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