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Leserbriefe

Neu im FNverlag: Gedanken von Paul Stecken

In Reiterkreisen gilt Major a.D. Paul Stecken als Verkörperung der klassischen Reitweise, er selbst spricht von den „Überlieferten Grundsätzen“. Seine Erkenntnisse zur Entwicklung der Ausbildung und des Dressursports sind unter dem Titel „Bemerkungen und Zusammenhänge“ in einem Büchlein im FNverlag erhältlich. Auf 40 Seiten hat Paul Stecken, der in diesem Sommer seinem 100. Geburtstag entgegensieht, seine Gedanken zu Papier gebracht. Dabei spannt er den Bogen von der Entwicklung der Heeresdienstvorschrift, in der 1912 erstmals die „Überlieferten Grundsätze“ der Ausbildung von Reiter und Pferd zusammengefasst wurden, über Erläuterungen zu diesen „Überlieferten Grundsätzen“ bis hin zur heutigen Situation im Dressursport. Er kritisiert Fehlentwicklungen, wie z.B. das Reiten in Überzäumung und die Vernachlässigung der Losgelassenheit des Pferdes. „Beim Lesen, aber auch in Gesprächen mit Paul Stecken stellt man immer wieder fest, wie wichtig ihm die korrekte und eindeutige Verwendung der überlieferten Begriffe der Ausbildung ist. Wenn man ihn hört, wird einem klar, wie wichtig sie dafür sind, dass sich Pferdeleute unmissverständlich miteinander austauschen können. Oder wie er es ausdrückt: Nur richtig, weiter nichts“, erklärt Thies Kaspareit, Leiter der FN-Abteilung Ausbildung und Wissenschaft.

Sie halfen, die Erkenntnisse des großartigen Pferdemannes Paul Stecken zu Papier zu bringen: Uwe Spenlen (li.) und Gunda Reimers (re.). Mit im Bild Ruth Klimke, PM-Ehrenvorsitzende und Witwe von Steckens berühmtestem Schüler, Dr. Reiner Klimke. Foto: Kaup

„Bemerkungen und Zusammenhänge“ sind für 12,90 Euro erhältlich im Buch­handel, in Reitsportfachgeschäften und direkt beim FNverlag in Warendorf, Telefon 02581/6362-154 oder -254, E-Mail vertrieb-fnverlag@fn-dokr.de oder Internet www.fnverlag.de.

Paul Stecken erhielt eine umfassende Ausbildung im Reiterregiment 15 in Schloss Neuhaus bei Paderborn. 1950 übernahm der Major 36 Jahre lang die Leitung der Westfälischen Reit- und Fahrschule in Münster und machte sich danach einen Namen als Turnierrichter, Prüfer bei Richter-, Pferdewirt- und Meisterprüfungen sowie als Organisator von Zuchtprüfungen in Westfalen. Sein phänomenales Gedächtnis und seine präzise Ausdrucksweise verdankt er nach eigenem Bekunden vor allem seiner Tätigkeit als Gutachter vor Gericht.

Neue HLP:

Erste Sportprüfung für Hengste in Münster

Ihre Premiere feiert in diesem Jahr die Sportprüfung für Hengste als neuer Bestandteil der Hengstleistungsprüfung. Am 13. bis 14. Februar messen sich die ersten vier- und fünfjährigen gekörten Dressur- und Springhengste im Pferdezentrum in Münster-Handorf. Interessierte Züchter dürfen sich auf ein hochkarätiges Teilnehmerfeld mit zahlreichen Prämienhengsten und Bundeschampionatsteilnehmern freuen. Die Sportprüfung beginnt am Freitag mit der Anlieferung der Hengste und dem freien Training. Am Samstag werden die Hengste dann unter den eigenen Reitern in einer Dressur- bzw. Springpferdeprüfung vorgestellt. Am Sonntag steht der Fremdreitertest mit einer abschließenden Kommentierung der Hengste und Notenbekanntgabe auf dem Programm. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter www.hengstleistungspruefung.de.

Junge Ehrenamtler:

Neues Vorreiter-Team gesucht

Vor vier Jahren rief die FN das Vorreiter-Team ins Leben, um junge Vereinsmitglieder für ihr Engagement im Pferdesportverein zu belohnen. Mehr als 130 Mädchen und Jungen genossen seitdem bereits jeweils zwei Jahre lang das Vorteilspaket, das von der Deutschen Kreditbank AG (DKB) und uvex unterstützt wird. Jetzt werden neue Mitglieder für das Vorreiter-Team 2016 gesucht. Wer es in den Club schafft, kann zahlreiche Vorteile nutzen: von Einladungen zu Veranstaltungen wie Equitana oder FN-Seminaren bis hin zur Bonuskarte JUGENDaktiv, die alle Vorteile und Vergünstigungen der PM beinhaltet. Aber auch der Verein profitiert: Das Clubmitglied nimmt stellvertretend für seinen Verein regelmäßig an Verlosungen teil und kann Preise wie zum Beispiel einen Trainingstag mit einem renommierten Ausbilder, eine Schulpferdeausstattung oder die Bezuschussung einer Vereinsaktion im Jugendbereich im Wert von 500 Euro gewinnen.

Der Kandidat muss zwischen 14 und 26 Jahre alt sein und vom Verein vorgeschlagen werden. Bewerbungsbögen und Vorschläge sind von den Vereinen bis zum 1. April 2016 an den jeweiligen Landespferdesportverband zu schicken. Informationen gibt es unter www.pferd-aktuell.de/vorreiter-team

„Pack an! Mach mit!“ geht in dritte Runde

„Pack an! Mach mit! … Deutschlands Reitvereine verschönern sich“ ist das Motto der Aktion rund um das „Aufhübschen“ von Reitanlagen, zu der die FN nun bereits zum dritten Mal aufruft. Bis zum 31. März 2016 können sich Vereine um einen Zuschuss in Höhe von 500 Euro für ihre geplanten Pflege- und Instandhaltungs-Maßnahmen bewerben. 80 Kandidaten werden ausgewählt. Die Aktion wird präsentiert vom Leuchtenhersteller NORKA und von den PM unterstützt. Teilnehmen können alle Pferdesportvereine mit einer vereinseigenen oder sich im Teilbesitz befindlichen Anlage. Bewerbungsunterlagen, Ausschreibung sowie Berichte über die ausgezeichneten Ideen bisheriger Teilnehmer und somit Anregungen finden sich unter www.pferd-aktuell.de/pack-an-mach-mit.

Hohe Auszeichnung

Dem stellvertretenden Vorsitzenden der PM, Rudolph Herzog von Croy, wurde jetzt eine hohe Ehrung zuteil: Als ehrenamtlicher Diözesanleiter des Malteserhilfsdienstes erhielt er die Paulus-Plakette des Bistums Münster. Der 60-Jährige sei für Tausende ehrenamtlicher Mitarbeiter stets ein kompetenter und hilfsbereiter Ansprechpartner, Interessenvertreter und Koordinator, hieß es in der Laudatio.

Ausgezeichnet mit der Paulus-Plakette: Herzog von Croy. Foto: FN-Archiv

Turniersportstatistik 2015: Weitgehend stabil

Das Erfreuliche zuerst: Die Zahlen im Turniersport sind im Wesentlichen stabil. Mit 82.951 ausgestellten Jahresturnierlizenzen liegt deren Zahl zwar leicht unter der von 2014 (83.218), aber immer noch deutlich über dem Tiefstand von 81.771 im Jahr 2012. Beliebt waren 2015 auch wieder die Schnupperlizenzen, die zur Teilnahme an Leistungsprüfungen der Klasse E (nach LPO) berechtigten.

Ihre Zahl stieg auf 8.415 (2014: 8.317). Etwas entspannt hat sich die Lage auf den Turnierplätzen. Hier stand einem leichten Minus an Prüfungen und Starts eine Zunahme an Turnieren gegenüber. Insgesamt wurden 69.961 Prüfungen/Abteilungen (2014: 70.766) durchgeführt und 1.505.060 Starts (2014: 1.536.865) gezählt. Dabei überstieg die Höhe der Preisgelder erstmals die 33-Millionen-Grenze. Wermutstropfen in der Statistik ist der Rückgang an Turnierpferden. So sank die Zahl der neu eingetragenen Pferde um 7,1 Prozent auf 24.799 (2014: 26.697), was vor allem auf ein Minus bei den Pferden der Liste I und II zurückzuführen ist, also den Pferde aus deutscher Zucht. Dieser Rückgang konnte auch nicht mehr durch eine steigende Zahl an Fortschreibungen wettgemacht werden. Wurden 2014 noch 143.619 Pferde für den Turniereinsatz fortgeschrieben, waren es 2015 noch 142.046, umgerechnet ein Minus von 1,1 Prozent. Auffällig dabei: In den letzten Jahren werden immer mehr ältere Pferde neu eingetragen.

Foto: T. Pantel

Waren die Pferde 2005 noch durchschnittlich 5,4 Jahre alt, als sie erstmals als Turnierpferd registriert wurden, lag das Durchschnittsalter 2015 bei 5,8 Jahren. Diese Tendenz spiegelt sich auch in der Altersstruktur der Turnierpferde wider. Insgesamt machten die drei- und vierjährigen Pferde im Jahr 2015 nur noch acht Prozent aus (2006: 11,4 Prozent, 2014: 9 Prozent), parallel dazu sank die Zahl der Reitpferdeprüfungen erstmals unter die Tausender-Marke auf 985 (2014: 1.052). Dagegen erfuhr die Gruppe der 11- bis 15-jährigen Pferde einen Zuwachs von 24 auf 25 Prozent. Den größten Anteil stellten auch 2015 die fünf- bis zehnjährigen Pferde mit rund 58 Prozent. Neun Prozent aller vierbeinigen Turnierteilnehmer waren 16 Jahre und älter.

Zuwachs bei den Abzeichen

Das neue FN-Abzeichensystem zeigt zwei Jahre nach Einführung erste Erfolge. 2015 wurden 84.514 Abzeichen abgelegt, 6.119 mehr als 2014. Das entspricht einem Zuwachs von acht Prozent. „Diese Entwicklung bestätigt die Reform unseres Abzeichensystems: die kleinstufigere, handlungsorientierte Abfrage von Leistungen“, sagt Eva Lempa-Röller, die in der FN-Abteilung Ausbildung und Wissenschaft für die Abzeichen zuständig ist. Den größten Teil der Abzeichen machen die Reitabzeichen aus. Ihre Zahl stieg in einem Jahr von 45.651 auf 48.638. Ebenfalls positiv ist der Trend bei den Voltigier- und Longierabzeichen. Lediglich die Fahrabzeichen verzeichnen einen leichten Rückgang. Positiv zu Buche schlagen in der Gesamtstatistik auch Abzeichen wie der Basispass Pferdekunde (plus 2.211 auf 21.683) oder der Reitpass (plus 96 auf 3.037). Zudem legte das neue Abzeichen Bodenarbeit einen guten Start hin. Nach 678 Absolventen im Jahr 2014 waren es im letzten Jahr bereits 726. Den höchsten Zuwachs verzeichnete 2015 das RA 4 mit einem Plus von 676, umgerechnet 15 Prozent, auf 5.273. Am häufigsten, insgesamt 11.957 Mal, wurde das RA 9 abgelegt (2014: 11.554). Informationen zum Abzeichensystem unter www.pferd-aktuell.de/reitabzeichen

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