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Zu unserem Ausbildungsbeitrag „Rezepte gegen Winterfrust“ in Ausgabe 1/2016 erhielten wir folgende Leserbriefe:

Winterlicher Zickenkrieg

Der alt-bekannte Winterfrust tritt schnell auf, sobald das Wetter ungemütlich ist – man könnte ihn auch als winterlichen Zickenkrieg im Stall bezeichnen. Leider ist kaum ein Stall davor sicher … Abhilfe kann hier zum einen der von Ihnen erwähnte Hallenbe­le­gungs­plan schaffen. Diesen gibt es auch bei uns, so dass jeder sehen kann, wann beispielsweise Reitstunden oder Lehrgänge stattfinden. Nehmen diese Überhand kommt natürlich trotzdem gerne mal Frust auf und besonders Reiter, die selbst keine Reitstunden nehmen, neigen zu Beschwerden. Hier hilft nur eine geordnete und faire Stallleitung mit entsprechender Regelung.

Beispielsweise können platz- und zeit­intensive Springstunden ge­bün­delt werden – hierbei kann eine Absprache innerhalb der Stallge­meinschaft Abhilfe schaffen. Es muss nicht immer erst der Gang zum Stallbesitzer sein. Auch gemeinsame Aktivitäten wie Freispringen, GHP-Tage oder Lehrgänge mit verschi­edenen Schwerpunkten (von der Bodenarbeit über das Longieren bis hin zum Dressur- oder Springreiten) bieten Reitern und Pferden mit unterschiedlichen Vorlieben ein brei­tgefächertes Angebot. Verbunden mit dem ein oder anderen Weihnachts- oder Neujahrsumtrunk können solche gemeinschaftlichen Veranstaltungen zu mehr Stall­har­monie in den dunklen Monaten führen.

Um meinem persönlichen Winterfrust vorzubeugen heißt das Zauberwort: Abwechslung! Dressurtraining (mal intensiv in einer Reitstunde, mal locker Vorwärts-Abwärts), Ausritte (zur Not mal mit dem Regenmantel), Doppellongen- und Longenarbeit, Cavaletti-Arbeit, Bodenarbeit, Frei­springen, GHP oder Spaziergänge lassen so schnell keine Langeweile aufkommen. Natürlich muss man bei tagelangem Regenwetter auch mal flexibel sein und zur Not vor der Arbeit oder in der Mittagspause das Pferd longieren, wenn in der abendlichen „Rushhour“ die Halle belegt ist. Wenn jeder hierbei zu und ab gibt, kommt es zu weniger Reibereien. Da in unserem Stall zudem Winterkoppeln zur Verfügung stehen, darf mein Pferd auch mal einen freien Tag ohne Arbeit genießen und sich nach Herzenslust bewegen und „einsauen“. So entsteht weder bei Reiter noch beim Pferd Winterfrust. Und zum Glück kommt irgendwann der nächste Sommer…

Katja Brand, per E-Mail

Raus ins Gelände

Vielen Dank für Ihren wie immer sehr empfehlenswerten Beitrag. Aus meiner Sicht ist dem nur hinzuzufügen, dass es fast immer auch Möglichkeiten zum Reiten im Gelände gibt. So schlimm können die Bodenverhältnisse gar nicht sein, dass Schrittreiten im Freien nicht möglich wäre. Es macht den Pferden Spaß und gymnastiziert sie. Und es nimmt den Reitern die trügerische Sicherheit der abgeschlossenen Bahn!

Holger und Martina Kern,
per E-Mail

Zu unserer dreiteiligen Serie (siehe letzte Folge in dieser Ausgabe auf Seite 24-25) erhielten wir folgenden Leserbrief:

Kiloweise Leckerli

In der heutigen Zeit ist es sehr wichtig, Informationen verständlich an den Leser zu bringen, da die Praxis zeigt, dass die heutigen Reiter immer weniger Zeit am Pferd und im Stall verbringen. Seit über 30 Jahren trainiere ich mit Pferd und Reiter und sehe, wie alle Kollegen, die Veränderung der Reiterszene. Waren wir früher als Kinder am frühen Sonntagmorgen schon freiwillig und glücklich im Stall zum Füttern und Mithelfen, ist es heute eine tägliche Herausforderung, die Reiter auch nur zum Abäppeln in die Halle zu bekommen. Die Gesellschaft hat sich verändert, Zeitdruck, Stress, körperliche und mentale Fitness…heute muss alles auf Knopfdruck funktionieren. Das versuchen viele eben auch am eigenen Körper…und am Pferd. Es werden kiloweise Leckerli, Pülverchen und Zusatzstoffe verfüttert. Und viele Pferde werden krank gefüttert.

Ihre Fütterungsserie ist in dieser Hinsicht ein sehr wertvoller Beitrag, von „Maßen und Massen“ die pas­sende Überschrift, vielleicht könnte man noch einmal aufgreifen, dass die Hochleistungsspringpferde im Stall Beerbaum nur ein bis drei Kilo Hafer bekommen und einen Ver­gleich an­stellen, was der Großteil der Pferde in unseren Ställen heute bekommt (sehr oft weit mehr als das!) und welche Leistungen sie dafür er­brin­gen (immer weit weniger). In den meisten Betrieben findet die letzte Fütterung um17-18 Uhr statt, Heu ad libitum gibt es nicht, und selbst wenn das abendliche Heu viel erscheint, frisst das Pferd dieses im besten Fall in vier Stunden auf. Das heißt, es bleibt acht oder mehr Stunden ohne Futter, bekommt dann im schlimmsten Fall morgens erst einmal Kraftfutter auf leeren M­a­gen… Da wundert es nicht, wenn Magen­geschwüre und eben auch neue Krankheitsbilder erscheinen.

Wir haben es heute sehr oft mit Stoffwechselerkrankungen zu tun, in der (menschlichen) Gesellschaft wie auch im Pferdebereich. Wir ernähren uns falsch und zu viel und tun dies auch in der Fütterung der Pferde.

Ulrike Maeßen, per E-Mail

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