PM-Forum Ausgabe 02/2015

Editorial

Liebe Persönliche Mitglieder,
die mit Spannung erwartete Turnierstatistik gibt Anlass zur Hoffnung. Nachdem wir jahrelang einen Schwund bei den Reit- und Fahrausweisen registrieren mussten, geht es nun wieder langsam aufwärts. Zwar darf man angesichts der demographischen und gesellschaftlichen Entwicklung sicher nicht so vermessen sein und auf Spitzenwerte wie zur Jahrtausendwende hoffen, doch die Talsohle scheint durchschritten zu sein. Das ist die gute Nachricht.

Weniger erfreulich ist die Tatsache, dass es allein der Begeisterung der Frauen am Pferdesport zu verdanken ist, dass sich ein erneuter Rückgang bei den Reitern nicht insgesamt negativ ausgewirkt hat. Gerade im Nachwuchsbereich, den Junioren und speziell den Jungen Reitern, gingen 2014 die Zahlen bei den Männern erneut zurück. Damit mich keiner missversteht: Frauen sind – mindestens – genauso gute Reiter und Pferdemenschen wie ihre männlichen Kollegen. Dennoch sollte uns allen daran gelegen sein, weiterhin auch Jungen und Männer für den Sport zu gewinnen. Es wäre doch höchst bedauerlich, wenn bei der Hälfte der Bevölkerung auf Dauer das Interesse am Turnierreiten (und am Pferd?) verloren ginge.

Doch zurück zur Turniersportstatistik, die 2014 sogar einige Rekorde aufzuweisen hat. Noch nie waren es so viele Prüfungen und Starts wie in der zurückliegenden Saison. Dies lässt eine weitere Zunahme an Viel-Reitern im Sport vermuten. Sicher gehört für einige von Ihnen der Begriff Startplatzbegrenzung in die Rubrik „Unwort des Jahres“. Angesichts der Zahlen ist es jedoch verständlich, dass sich manche Veranstalter der Nennungsflut anders kaum noch erwehren können.

Sollte sich der Trend fortsetzen, kann in einigen Regionen eigentlich nur ein erweitertes Veranstaltungsangebot helfen, um den Bedarf weiterhin zu decken. Inzwischen schlägt auch die Richterschaft Alarm, denn Zwölf-Stunden-Dauereinsätze sind keine Einzelfälle mehr. Da fragt man sich schon, wie jemand dem einzelnen Teilnehmer dann noch gerecht werden soll?

Bei aller Freude sollten wir uns alle also nicht zu sehr auf den Lorbeeren der guten Turniersportstatistik ausruhen. Stattdessen gilt es, gemeinsam Lösungen für die vorhandenen „Baustellen“ zu finden.

Ihr Friedrich Otto-Erley
Leiter Abteilung Turniersport

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