Leserbriefe

Leserbriefe geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe gekürzt oder in Auszügen zu veröffentlichen. Anonyme Zuschriften werden nicht berücksichtigt.

Zum Artikel „Züchten ist Leidenschaft“ in Ausgabe 01/2015:

Sehr gerne würde ich unsere beiden Zuchtstuten wieder einem Hengst zuführen, unter folgenden Bedingungen:
1. Abnahmegarantie der gerittenen Jungpferde zu kostendeckenden Preisen. Die Gewinnerzielung will ich mal vollkommen außer Acht lassen. 2. Eine Zusage, dass diese Lebewesen auch in vernünftige Hände gelangen. Ich jedenfalls möchte vermeiden, dass ein von mir gezogenes Pferd in Hände von Leuten kommt, denen die Mittel, die sie einsetzen, um erfolgreich zu sein, egal sind. Solange beides nicht gewährleistet ist, werde ich keine unserer Stuten mehr decken lassen.

Marisa Schädler, per Mail

Zum Artikel „Züchten ist Leidenschaft“ in Ausgabe 01/2015:

Im Grunde genommen haben Sie Recht mit dieser Aussage, es gibt nichts Schöneres, als den Ablauf von der Auswahl des Hengstes, die Bestätigung der Trächtigkeit, die Geburt eines gesunden Fohlens und die Aufzucht miterleben zu können. Aber was kommt dann?

Es sollte bei den Verantwortlichen der Zuchtverbände mittlerweile angekommen sein, dass auch im Pferdesport und der Zucht die Globalisierung angekommen ist. Ich persönlich halte es für falsch, wenn nicht unseriös, die Züchter in die falsche Richtung zu leiten, nur um das Überleben der vielen unterschiedlichen Zuchtverbände sicherzustellen. Der wirtschaftliche Druck auf die Verbände wird in Zukunft immer stärker werden und den Zusammenschluss der einzelnen Zuchtverbände beschleunigen. Einige Verantwortliche haben dies bereits erkannt und handeln entsprechend!

Züchterisch sind wir schon lange beim „Deutschen Reitpferd“ angekommen. Die Qualität des Pferdes, ob im Sport oder bei Hobby-Reitern entscheidet – nicht das Brandzeichen, Das schon lange nichts mehr aussagt. Die einzige Ausnahme ist der Trakehner-Zuchtverband, der sich entschlossen hat, die Reinzucht fortzusetzen und dem man nur Glück wünschen kann und hoffen, dass diese tollen Pferde uns noch lange erhalten bleiben. Ihre Statistik zeigt einen ganz klaren Trend – Rückgang der Bedeckung um 40-50% innerhalb der letzten 5 bis 6 Jahre. BWL – 1.Semester: Eine Überproduktion für einen gesättigten Markt! Die Realität sind die Zahlen von 2014, die wir stabilisieren müssen, um das Angebot der realen Nachfrage anzupassen, damit die bestehenden Züchter eine Chance bekommen, ihre teilweise hochwertigen Zuchtprodukte wenigstens kostendeckend zu vermarkten.

Aus diesen Gründen kann man Sie nur bitten, sich bei ihrer für 2015 geplanten Aktion „Pferdezucht im Fokus“ speziell den Privatzüchtern und eventuellen Neueinsteigern gegenüber verantwortungsvoll und fair zu verhalten. Es sind im Grunde genommen ganz simple Fragen/Voraussetzungen, denen man sich stellen muss: Warum (wollen) züchten Sie bzw. wollen Sie züchten? Was züchten (wollen) Sie? Wie vermarkten (wollen) Sie? Wie sind die Voraussetzungen? Wissen Sie, dass sich nur „gut“ ausgebildete Pferde profitabel vermarkten lassen? Wissen Sie, dass die Kosten für eine „gute“ Grundausbildung (mind. 2-3 Jahre) ca.10.000 Euro pro Jahr betragen?

Wir züchten nun schon seit über 30 Jahren und auch wir mussten uns diese Fragen stellen. Wir wissen, warum
wir züchten (aus Leidenschaft) und wir wissen, was wir züchten, wie wir vermarkten und was es kostet. Die Voraussetzungen für die Zukunft sind gut. Wir haben das Glück, dass die nächste Generation unsere Leidenschaft nahtlos übernommen hat und sich damit eine gute sportliche und wirtschaftliche Basis sichert.

H.-D. Meier, per Mail

Falsche Ausbildung

Als Trainerin B Leistungssport und PM-Mitglied verfolge ich mit Freude, dass Sie, Herr Hess, sowohl in Ihren
regelmäßigen Artikeln im PM-Forum als auch auf Ihren Seminaren großen Wert darauf legen, dass die Ausbildung der Pferde nach klassischen Grundsätzen unter Einhaltung der Ausbildungsskala zu erfolgen hat. Deshalb folgende Anmerkung: Von meinen Kunden (u.a. bis S-Dressur erfolgreich) werde ich nach den großen internationalen Turnieren immer wieder gefragt, ob ich die gezeigten Ritte ebenfalls so gut fand. Dann kann ich leider nur sagen: Nein!

Was wir zu sehen bekommen, sind hohe Wertnoten für Pferde, die in der gesamten Prüfung viel zu eng gehen
und nicht mal in den Verstärkungen die geforderte Rahmenerweiterung zeigen; Pferde, die in den Passagen
oder Piaffen teilweise stark taktunrein sind oder sogar hinten breit fußen; statt des geforderten versammelten Schritts wird uns ein verkürzter Schritt präsentiert; ein korrektes, geschlossenes Halten mit Lastaufnahme der Hinterhand am Beginn und am Ende der Dressurprüfung ist so gut wie nicht mehr zu sehen; Abstützen auf den Hals in allen Gangarten, teilweise bei jedem Takt.

Der internationale Sport sollte eigentlich eine Vorbildfunktion erfüllen, stattdessen wird den Reitlehrern/-
innen im Lande die Arbeit schwer gemacht. Ich würde mir wünschen, dass sich die FN deutlich von dieser Art Sport distanziert und eine klare Trennung zwischen nationalem und internationalem Sport schafft. Damit könnte die FN die von ihnen geprüften Ausbilder stark unterstützen, da wir ansonsten Gefahr laufen, in einigen Jahren auch auf nationalen Turnieren solche Bilder zu sehen.

Stefanie Prothmann, Undeloh

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