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Gut geputzt ist halb gewonnen

Die tägliche Pferdepflege hat nicht nur mit schickem Styling des Vierbeiners zu tun, sondern ist eine gute Möglichkeit, sich mit einem Pferd anzufreunden. Denn die meisten Pferde lassen sich sehr gerne putzen. Young PM gibt Tipps, worauf ihr achten solltet bei der Sicherheit und den verschiedenen „Putz-Durchgängen“.

Foto: Stroscher

Warum sollten Pferde regelmäßig geputzt werden? Pferde schwitzen besonders an den Stellen, wo Sattel und Trense aufliegen. Dort müssen die Haare unbedingt vor dem Reiten geglättet werden. Außerdem könnt ihr euch vergewissern, ob das Pferd sich so verhält wie immer, oder ob es vielleicht Krankheitsanzeichen zeigt. Außerdem bringt das Putzen vor dem Reiten schon mal euren eigenen Kreislauf sowie den des Pferdes in Schwung – ein kleines Aufwärmtraining sozusagen.

 

Sicherheit

Auch das bravste Pferd kann sich einmal erschrecken, kitzelig sein beim Putzen oder den Huf wegziehen. Deswegen solltet ihr auf den richtigen Standort beim Putzen achten, den gewohnten Ablauf und korrekte Handgriffe. Stellt euch als Ausgangspunkt dicht an die linke Schulter des Pferdes und fangt auf der linken Pferdeseite mit dem Putzen an. Dann wird auf dieser Seite von vorne nach hinten geputzt sowie weiter von oben nach unten. Dabei benutzt ihr beide Hände und nehmt die Kardätsche jeweils in die Hand, die zum Kopf des Pferdes zeigt. Geht ihr vorne um das Pferd herum, sollte eine Hand an der Brust des Pferdes bleiben. Und beim hinten Herumgehen bleibt eine Hand an der Kruppe. So kann das Pferd euch spüren, wenn es euch gerade nicht sieht. Es gibt einen bestimmten Winkel, in dem das Pferd gewisse Bereiche nicht sieht. Dieser Bereich wird auch toter Winkel genannt.

Je nach Pferd und Jahreszeit wird unterschiedlich geputzt, denn es kommt ja darauf an, wie lang oder kurz das Fell ist, ob das Pferd überwiegend draußen lebt oder in einer Box, ob es dichtes Winterfell hat oder geschoren und eventuell eingedeckt ist. Mit der Wurzelbürste befreit man das Pferd von Einstreuresten oder einer Sandkruste. Danach geht es weiter mit dem Striegeln. Hier arbeitet man kreisenden Bewegungen, um das Fell aufzulockern (besonders an verklebten Stellen). Dabei solltet ihr nicht dort striegeln, wo Knochen direkt unter dem Fell liegen, wie zum Beispiel am Kopf und an den Beinen. Die Kardätsche streift man immer von sich weg am Striegel ab und kann diesen nach einigen Bürstenstrichen dann auf dem Boden ausklopfen.

Vorsichtig sein mit dem Striegel sollte man auch an den möglicherweise kitzeligen Stellen unter dem Bauch in der Flanke. Dann wird das Pferd mit der Kardätsche glatt gebürstet in die natürliche Wuchsrichtung der Haare. Die Beine säubert ihr mit einer Wurzelbürste oder zum Beispiel einem Allround-Striegel aus Plastik mit Plastikborsten, der sich auch gut für das Abbürsten der Hufe sowie zum Bürsten der Mähne eignet.  Danach kann man für besonderen Glanz das Fell noch mit einem Tuch vom restlichen Staub befreien.

 

Zeigt her eure Hufe…

Mit der Spitze des Hufkratzers kann man festgetretenen Mist oder Belag aus der Reitbahn, klemmende Steine oder Äste auskratzen. Dabei darf man auf keinen Fall den empfindlichen Strahl verletzen. Hat der Hufkratzer eine kleine Bürste kann man hiermit die Hufsohle noch abbürsten. Da der Huf Feuchtigkeit benötigt, kann man ihn mit Wasser pflegen und abbürsten. Zu viel Nässe (z.b. nasse Einstreu, matschiger Paddock) kann den Huf allerdings auch zu weich werden lassen. Um das Eindringen von zu viel Feuchtigkeit zu verhindern oder um die Feuchtigkeit im Huf besser zu erhalten, kann den Huf ab und zu mit Huföl oder Huffett einpinseln.

 

Langhaar-Pflege

Schweif und Mähne brauchen besondere Aufmerksamkeit. Hier muss man aufpassen, nicht versehentlich zu viele Haare auszureißen, was mit den harten Zinken eines Mähnenkamms schnell passieren kann. Mähnen- und Schweifspray macht die Haare vor dem Bürsten glatter und erleichtert die Pflege. Den Mähnenhaaren widmet sich am besten mit einer Mähnenbürste. Die Schweifhaare werden mit der Hand verlesen, auch wenn das viel Zeit in Anspruch nimmt. Das Ergebnis ist nachher umso schöner. Benutzt ihr beim Schweif eine Bürste, solltet ihr die Schweifhaare oben mit einer Hand festhalten.

Der empfindliche Pferdekopf wird mit einer besonders weichen Bürste geputzt. Mit einem Schwamm säubert man vorsichtig die Augenwinkel, Nüstern, Maulwinkel und Kinngrube. Der zweite Schwamm ist gedacht für den After des Pferdes und die Region unter der Schweifrübe sowie den Partien zwischen den Beinen, wo sehr wenige Haare wachsen. Einige Pferde lassen sich hier nicht so gerne berühren. Das muss man behutsam ausprobieren.

Tina Pantel

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