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Das richtige Gebiss, Teil I: Anatomie und Bezug zur Reitlehre

Reine Kopfsache

Macht das Pferd unter dem Sattel Probleme, ist der Schuldige häufig vermeintlich schnell gefunden: das Gebiss. Tatsächlich kann es für Anlehnungsprobleme verantwortlich sein. Und zwar dann, wenn es nicht passt. Was der Reiter wissen muss, erläutern wir im ersten Teil unserer Serie „Das richtige Gebiss“.

Nur mit einem passenden Gebiss kann das Pferd die Anlehnung, den dritten Punkt der Skala der Ausbildung, erreichen. Fotos: Thoms Lehmann

Eine siebenteilige Video-Serie der FN zu diesem Artikel und dem Thema „Das passende Gebiss“ wird hier fortwährend veröffentlicht. Teil 1 zur „Anatomie“, Teil 2 „Die richtige Gebissstärke”, Teil 3 „Die richtige Gebissweite” und Teil 4 „Gebissmaterialien” sind bereits erschienen (siehe am Ende des Artikels), die weiteren drei Teile erscheinen im Wochen­rhythmus immer dienstags.

Vorweg sei gesagt: Kein Ausbildungsproblem lässt sich mit einem anderen – womöglich schärferen – Gebiss lösen. Aber wie findet man eigentlich die passende Gebissgröße für sein Pferd? Welche Rolle spielt dabei die Anatomie des Pferdekopfes? Und warum braucht es überhaupt ein Gebiss? Eine Studie hat vor einigen Jahren ergeben, dass über 80 Prozent der Deutschen die falsche Schuhgröße tragen. Das verursacht nicht nur Fußprobleme, sondern kann auch Rücken- oder Kopfschmerzen zur Folge haben. Vor diesem Hintergrund wäre es interessant herauszufinden, wie viele Reiter eigentlich das falsche Gebiss für ihr Pferd kaufen – wenn viele von ihnen scheinbar nicht einmal in der Lage sind, für sich ein passendes Paar Schuhe zu kaufen. Fakt ist: Unzählige Pferde müssen sich tagtäglich mit einem unpassenden Gebiss arrangieren. Zu lang, zu kurz oder zu dick sind die wohl häufigsten Fehlkäufe. Zu dünne Gebisse finden sich tatsächlich eher selten in den Pferde­mäulern. Denn beim Gebisskauf hält sich hartnäckig die Meinung, je dicker das Gebiss, desto weicher ist es. Doch das stimmt nicht ganz.

Ins Maul geschaut

Denn der zahnlose Bereich des Pferdemauls zwischen den Schneide- und den Backenzähnen, in dem das Gebiss seinen Platz findet, ist kleiner als man auf den ersten Blick vermutet. Schließlich ist so ein Pferdekopf enorm groß. Doch der Bereich zwischen Ober- und Unterkiefer, in der Regel sind das dreieinhalb bis vier Zentimeter, ist mit der Zunge des Pferdes bereits gut gefüllt. Sie ist im Durchschnitt zwei bis zweieinhalb Zentimeter dick und legt sich wie ein Polster zwischen Gebiss und Unterkiefer. So bleiben für das Gebiss nur noch rund eineinhalb Zentimeter Platz im Pferdemaul. Wählt der Reiter nun ein 18 Millimeter starkes Gebiss für sein Pferd, geht die Rechnung nicht auf. Gebissexperte Heiko Schmidt-Sentek von der Firma Sprenger schildert die Folgen: „Die Verbindungsstücke und die Olive, also das mittlere Stück des Gebisses, können bei geschlossenem Maul gegen den Oberkiefer des Pferdes drücken. Das kann Scheuerstellen oder sogar Wunden verursachen und ist für das Pferd sehr unangenehm.“ Und wenn jeder Kontakt mit Schmerzen verbunden ist, wird sich kein Pferd bereitwillig an das Gebiss herandehnen oder gar Vertrauen zur Reiterhand aufbauen.

Der zahnlose Bereich des Pferde­mauls zwischen den Schneide- und den Backenzähnen, in dem das Gebiss liegt, ist kleiner als viele Reiter meinen. Der Bereich zwischen Ober- und Unterkiefer ist in der Regel nur dreieinhalb bis vier Zentimeter breit.
Das Pferd nimmt das Gebiss an und dehnt sich zufrieden an die Reiterhand.
Die Schwierigkeit beim Gebisskauf: Kein Pferdemaul ist wie das andere. Und gerade die Zunge beeinflusst maßgeblich, wie viel Platz im Maul des Pferdes noch für das Gebiss bleibt. Tierarzt Dr. Kai Kreling beschreibt die Bandbreite: „Es gibt Pferde mit dicken, breiten Zungen, bei denen es in Verbindung mit einem dicken Gebiss ein Platzproblem gibt. Pferde mit kleinen, zierlichen Zungen können hingegen Schwierigkeiten mit einem zu dünnen Gebiss haben. Es hat zu viel Spielraum im Maul und bietet wenig Stabilität, was zu Anlehnungsschwierigkeiten führen kann oder aber dazu, dass die Pferde ihre Zunge über das Gebiss legen.“ Das macht es für den Reiter unmöglich, gefühlvoll auf sein Pferd einzuwirken.

Warum überhaupt mit Gebiss?

Wie wichtig das Vertrauen des Pferdes zur Reiterhand ist, zeigt ein Blick auf die Skala der Ausbildung. Die Anlehnung steht dort als dritter Punkt und übernimmt in der gesamten Ausbildung des Pferdes eine Schlüsselfunktion. Zum einen gibt sie Aufschluss darüber, wie korrekt die vorhergehenden Punkte Takt und Losgelassenheit erarbeitet wurden. Nur ein Pferd, das sicher im Gleichgewicht und losgelassen ist, sucht auch vertrauensvoll die Anlehnung an die Hand des Reiters. Zum anderen ist die Anlehnung aber auch Voraussetzung für die weitere Ausbildung des Reitpferdes über den Schwung zur Geraderichtung bis hin zur Versammlung. Defizite in der weiteren Ausbildung lassen sich in vielen Fällen an der Qualität der Anlehnung entlarven, oder andersherum: Fehler in der Anlehnung sind meistens Zeichen von Defiziten in der Ausbildung des Pferdes. Gleichzeitig verbessert sich die Anlehnung immer auch mit weiter fortschreitender, korrekter Ausbildung des Pferdes. Ein Pferd nach der Skala der Ausbildung zum Reitpferd auszubilden, ist am Ende praktizierter Tierschutz. Denn systematisches Training bringt das Pferd ins Gleichgewicht, gleicht seine Schiefe aus und baut seine Muskulatur gleichmäßig auf, sodass es unter dem Reiter lange gesund und leistungsbereit bleibt.

So vielfältig das Angebot an Gebissen, so unterschiedlich sind die Materialien von Gummi über Kunststoff hin zu Metalllegierungen. Wichtig ist, dass das Gebiss nicht zu leicht ist.
Olivenkopf-, Schenkel- oder D-Ring-Gebisse müssen eng am Pferdemaul anliegen.

Der Zusammenhang zum passenden Gebiss entsteht durch die Tatsache, dass Anlehnung nur mit einem solchen erreicht werden kann. Die Behauptung, nur gebissloses Reiten sei im Sinne des Tierschutzes, ist schlicht falsch. Denn um ein Pferd sinnvoll zu gymastizieren, es über den Rücken zu arbeiten und die Belastung für die Vorhand zu reduzieren, braucht es ein Gebiss, an dem sich das Pferd durch wohl dosierte, gefühlvolle Einwirkung des Reiters abstoßen kann. Viele gebisslose Zäume verwischen die Zügelsignale und machen sie für das Pferd schwer oder auch gar nicht verständlich. Und mechanische gebisslose Zäume sind wegen ihrer Hebelwirkung besonders scharf. Hier kommt der mehrfach potenzierte Zügelzug des Reiters direkt am empfindlichen Nasenbein des Pferdes an, das frei über dem Bereich der Nüstern in einem sehr feinen Knochen ausläuft.

Doch zurück zur Ausbildungsskala. Sind Punkt eins und zwei erreicht, nämlich Takt und Losgelassenheit, beginnt das Pferd seinen Hals fallen zu lassen und sich an das Gebiss heranzudehnen. Diese Dehnungsbereitschaft führt dazu, dass der Reiter eine beständige Verbindung zum Pferdemaul spürt. Durch angemessenes Treiben und geschmeidiges Mitschwingen sorgt der Reiter wiederum dafür, dass das Pferd mit aktiv abfußender Hinterhand an die weich federnde Verbindung herantritt. Ist dieser Kontakt nun aber aufgrund eines unpassenden Gebisses unangenehm oder gar schmerzhaft, befinden sich Reiter und Pferd auf direktem Weg in eine Sackgasse.

Nussknackereffekt?

Nicht nur ein zu dickes, auch ein zu kurzes oder zu langes Gebiss können für das Pferd unangenehm werden. Heiko Schmidt-Sentek macht das am Beispiel der Wassertrense mit beweglichen Ringen deutlich: „Ist das Gebiss zu lang, entsteht eine zu starke Winkelung im Maul, sobald der Reiter die Zügel annimmt. Ist es zu kurz, kneifen die beweglichen Ringe in die Lefze des Pferdes.“ Beides ist für die korrekte Anlehnung wenig förderlich. Außerdem vervielfachen zu lange Schenkel durch Hebelwirkung die Kraft, mit der der Reiter auf das Pferdemaul einwirkt. Übrigens: Der gefürchtete Nussknackereffekt, bei dem sich eine zu lange, einfach gebrochene Wassertrense bei Zügelzug des Reiters im Pferdemaul aufstellt und die Zunge des Pferdes mit ihren Schenkeln einquetscht, konnte in Tests nicht nachgewiesen werden. Dennoch ist die passende Weite bei der Gebisswahl essentiell, um zu großen Druck auf die Seitenränder der Zunge zu begrenzen.

Wie weit darf’s sein?

Um die passende Weite für sein Pferd zu ermitteln, kann sich der Reiter einen Gebissweitenmesser zur Hand nehmen. Dabei handelt es sich um eine bewegliche Schablone, von der sich die Gebissweite ablesen lässt, wenn sie an das geschlossene Maul des Pferdes gelegt wird. Wer keinen solchen Gebissweitenmesser hat, kann Gebisse unterschiedlicher Weiten ausprobieren. Fasst der Reiter vor seinem aufgetrensten Pferd stehend die beiden Gebissringe an und simuliert so einen leichten, gleichseitigen Zügelanzug, kann er den Abstand der Ringe zu den Lefzen schnell ermitteln. Gebisse mit beweglichen Ringen, beispielsweise einfach und doppelt gebrochene Wassertrensen, sollten in etwa einen halben Zentimeter an beiden Seiten aus dem Pferdemaul herausschauen. Sonst klemmen die beweglichen Ringe die Lefze des Pferdes ein. Bei Gebissen mit festen Ringen, das sind Olivenkopf-, Schenkel- oder D-Ring-Trensen, müssen diese hingegen eng am Pferdemaul anliegen. „Nur so kann die seitliche Anlehnung, die diese Gebisse mit sich bringen, auch funktionieren“, erklärt Gebissexperte Heiko Schmidt-Sentek. Übrigens: Die Gebissweite wird von Lochinnenmaß zu Lochinnenmaß gemessen. Wie weit ein Trensengebiss ist, kann jeder mit einem einfachen Maßband feststellen.

Die passende Weite zu finden ist also nicht die eigentliche Schwierigkeit. Anders sieht das bei der Stärke aus. Denn woher soll der Reiter nun wissen, ob sein Pferd eine dicke oder dünne Zunge und dementsprechend mehr oder weniger Platz in seinem Maul hat? Dr. Kai Kreling empfiehlt bei der Wahl der Gebissdicke, die Anatomie des Pferdekopfes zu berücksichtigen. Pferde mit feinen Köpfen haben in der Regel auch weniger Platz im Maul. Er rät ebenfalls dazu, den Abstand vom Gebiss zu eventuellen Wolfszähnen zu prüfen. Dazu kann der Reiter seinen Finger hinter dem Trensengebiss in das Pferdemaul schieben. Bei Pferden mit langen Maulspalten kann nämlich im Zweifel ein Kontakt von Gebiss, Zunge und Wolfszahn entstehen, der für das Pferd unangenehm bis schmerzhaft werden kann. Der Wolfszahn ist dabei nicht zu verwechseln mit den Hengstzähnen, die übrigens auch manchen Stuten im Bereich hinter den Schneidezähnen wachsen und beim Reiten in der Regel nicht stören. Erst wenn der Reiter sein Pferd mit einer Kandare plus Unterlegtrense ausstattet und das Kandarengebiss zu dick ist, kann dieses auch die Hengstzähne berühren.
Das Jochbein (cyan) und die Nervenaustrittspunkte (gelb) müssen beim Anpassen des Reithalfters berücksichtigt werden.

Probleme durch Wolfszahn

Häufiger macht aber der Wolfszahn beim Reiten Probleme, der als rudimentäres Überbleibsel der Evolution meist im Oberkiefer vor den Backenzähnen auftauchen kann. Wird der Wolfszahn zum Störenfried, kann der Tierarzt ihn schnell und unkompliziert entfernen. Generell rät Tierarzt Kreling eher zu dünneren Gebissen zwischen 16 und 19 Millimetern, denn auch Pferde mit langen Maulspalten und breitem Unterkiefer können im Innern mit nur wenig Platz ausgestattet sein. Das Gewicht des Gebisses ist außerdem ein entscheidender Faktor für seinen Tragekomfort. Hohle oder zu leichte Gebisse liegen unruhig im Pferdemaul, was Unzufriedenheit und Zungenfehler beim Pferd verursachen kann. Deshalb sollte die Wahl immer auf ein Gebiss aus Vollmaterial fallen.

Sobald der Reiter die Maße seines Pferdes kennt, gilt es noch die Entscheidung über das passende Modell zu treffen. Die Auswahl ist riesig. Und jedes Gebiss spricht andere Wirkpunkte an und fühlt sich für das Pferd anders an. Je nach Modell kommen die Zügelhilfen des Reiters direkt oder verzögert, einseitig oder beidseitig oder eben an mehreren Wirkpunkten des Kopfes, beispielsweise auch am Genick, an der Kinngrube oder am Nasenbein des Pferdes an. In unterschiedliche Reithalfter geschnallt, lässt sich die Wirkung der Gebisse nochmals variieren. Bei dieser schier unendlichen Vielfalt gibt die Leistungsprüfungsordnung (LPO) einen wichtigen Hinweis.
Ob Dressur, Springen oder Gelände: Der Reiter sollte immer eine beständige Verbindung zum Pferdemaul haben. Durch angemessenes Treiben und geschmeidiges Mitschwingen sorgt der Reiter dafür, dass das Pferd an die weich federnde Verbindung herantritt.
Sie lässt nämlich in Dressurpferde-, Basis- und Aufbauprüfungen sowie Dressurprüfungen, die auf Trense geritten werden, nur einfach und doppelt gebrochene Gebisse zu. Daher ist das einfach oder doppelt gebrochene Gebiss das Mittel der Wahl für alle Lebenslagen – für die Grundausbildung aller Pferde sowie für das tägliche Training erfahrener Pferde.

Zauberwort Balance

Nicht immer ist das Gebiss schuld am Dilemma. Natürlich muss jedes Pferd mit einem passenden Gebiss für das tägliche Training ausgestattet sein. Doch manchmal sitzt das Problem auch auf seinem Rücken. So wird ein Pferd nur zur korrekten Anlehnung finden können, wenn sein Reiter auch zügelunabhängig im Sattel sitzt. Schließlich trägt jeder Reiter, der seinem Pferd ein Gebiss ins Maul legt und mit seinen Zügelhilfen direkt auf diese äußerst empfindliche Stelle einwirkt, auch die Verantwortung für das nötige Gefühl. Reiterfehler sind keine Schande – sofern sich der Reiter eben diese offen eingesteht und an ihnen arbeitet. Die Anlehnung als gefühlvolle Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul kann erst entstehen, wenn der Reiter losgelassen, ausbalanciert und geschmeidig im Sattel sitzt. Balance lautet das Zauberwort. Wer sich an den Zügeln festhält, sitzt nicht unabhängig.

Jedes Pferd braucht seine eigene Trense und das individuell passende Gebiss.

Um seine eigene Zügelunabhängigkeit – und nicht zuletzt die seines Pferdes – zu überprüfen, kann der Reiter einfach mal die Zügel in eine Hand nehmen. Denn beim einhändigen Reiten zeigt sich sehr deutlich, inwieweit der Reiter das Pferd wirklich sicher vor sich und an den Hilfen hat. Eine korrekt erarbeitete Anlehnung lässt sich nämlich auch mit einer Hand erhalten.

 

Zurück auf Anfang

Nicht ganz so schwierig, aber dennoch aufschlussreich ist das Überstreichen. Denn auch so lassen sich Anlehnungsdefizite entlarven. Es zeigt, ob das Pferd sicher an den Reiterhilfen steht und sich selbst trägt. Beim Überstreichen gibt der Reiter die Anlehnung bewusst auf, indem er einen kurzen Moment beide Zügelfäuste entlang des Mähnenkamms ein bis zwei Handbreit vorschiebt. Dabei bleibt seine Sitzposition unverändert. Das Pferd darf mit der Nase etwas weiter vor die Senkrechte kommen, eben weil es die Anlehnung sucht. Auf gebogenen Linien kann auch das Überstreichen nur mit der inneren Hand sinnvoll sein. Das Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen gibt hingegen Aufschluss über die Dehnungsbereitschaft des Pferdes, die immer mit einer gefühlvollen Zügelführung des Reiters einhergeht. Dabei verlängert der Reiter den Zügel, ohne dabei die Verbindung zum Pferdemaul aufzugeben. Das Pferd dehnt sich an den länger werdenden Zügel heran, es lässt aus dem Widerrist heraus den Hals fallen und öffnet sich im Ganaschenwinkel. Und auch wenn der Reiter die Zügel anschließend gefühlvoll wieder verkürzt, soll das Pferd Takt und Tempo beibehalten.

Treten bei diesen Übungen Schwierigkeiten auf, macht sich das Pferd beispielsweise frei, hebt sich heraus oder stürmt gar los, zeigt das Defizite in der Ausbildung – sowohl beim Reiter als auch beim Pferd. Wobei die Ausbildungsdefizite des Pferdes in den meisten Fällen auf die des Reiters zurückzuführen sind. Ein Pferd bleibt eben immer der beste Spiegel des Reiters. Der falsche Weg wäre nun, diese Defizite mit einem schärferen Gebiss kaschieren zu wollen. Der bessere ist es, in der eigenen reiterlichen Ausbildung einen Schritt zurück zu gehen. Konkret bedeutet das: Sitzschulung- entweder an der Longe oder beimReiten. Dabei kann sich der Reiter ganz auf seine Sitzgrundlage konzentrieren und durch gezielte Übungen Gleichgewicht, Losgelassenheit und Bewegungsgefühl fördern. Denn nur ein zügelunabhängiger Sitz ermöglicht es dem Reiter schließlich, sein Pferd in der Bewegung möglichst wenig zu stören, es aber dennoch optimal zu unterstützen. Eine Gratwanderung, die jedoch dazu führt, dass sich die Zügelhilfen am Ende automatisch aus den Gewichts- und Schenkelhilfen ergeben. Doch all das geht nur in Verbindung mit einem passenden Gebiss. Und die Suche danach bleibt am Ende eine Kopfsache – für das Pferd genauso wie für seinen Reiter.

Kirsten Ahrling

Welche unterschiedlichen Gebisse es gibt, wie sie wirken, welche Vor- und Nachteile sie mitbringen und in welchen Prüfungen sie erlaubt sind, lesen Sie im zweiten Teil der Gebiss-Serie, die in der Oktober-Ausgabe des PM-Forum Digital erscheint.

Teil 5 der Video-Serie erscheint am 26. September 2017.

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