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Das Ruheverhalten von Pferden: Schlaf gut!

Neue FN-Filmreihe: Springreiten? Aber sicher!

Einstieg in das Springen

Springen – die einen lieben, die anderen fürchten es. Warum das Springen unabhängig vom Leistungsstand und der reiterlichen Ausrichtung für jeden Reiter wichtig ist, zeigt die neue FN-Lehrfilmreihe „Springreiten? Aber sicher!“ mit vielen Übungen für die Praxis. Denn Springen ist eine tolle Abwechslung im Trainingsalltag, schult bei Pferd und Reiter viele Aspekte und macht einfach Spaß – wenn alle Beteiligten einige Voraussetzungen erfüllen.

Zum Einstieg in das Springreiten eignen sich Cavaletti besonders gut. Alle Fotos: Stefan Lafrentz/FN-Archiv

Zur Grundausbildung des Reiters gehört das Springreiten genauso dazu wie das dressurmäßige Reiten. Je mehr Bewegungserfahrungen der Reiter sammelt, desto ausbalancierter, losgelassener und damit sicherer sitzt er auf dem Pferd. Mit der Springausbildung bzw. den vorbereitenden Übungen für das Springreiten sollte so früh wie möglich begonnen werden, denn das Reiten über Hindernisse schafft Beweglichkeit, verbessert das Gleichgewicht und damit die Sattelfestigkeit des Reiters. Wie eine systematische, vielfältige und vertrauensgebende Ausbildung im Springreiten aussehen soll, zeigt die fünfteilige FN-Filmreihe „Springreiten? Aber sicher!“. Die Filme wenden sich an Reitanfänger aller Altersklassen, an Wiedereinsteiger und alle, die ihrem Pferd mit dem einen oder anderen kleinen Sprung im Trainingsalltag etwas Gutes tun wollen.

Teil 1: Der leichte Sitz

Im ersten Teil der Filmreihe geht es um das Erlernen des leichten Sitzes als Grundlage für das Springen. Denn bevor mit dem Springen begonnen wird, braucht der Reiter einen losgelassenen und ausbalancierten leichten Sitz, der stets geschmeidig an unterschiedliche Situationen angepasst wird. Gezeigt werden außerdem die richtige Ausrüstung und mögliche Vorübungen für das Reiten mit dem kurzen Steigbügel.

Teil 2: Dressurmäßige Grundlagen

Teil zwei widmet sich den dressurmäßigen Grundlagen und zeigt vorbereitende Dressurübungen im Springsattel sowie Übungen an der Longe. Die Einwirkung auf das Pferd ist zwar grundsätzlich im Springsattel die gleiche wie im Dressursattel, trotzdem braucht der Reiter Übung für das Reiten mit kurzem Bügel.

Teil 3: Übungen mit dem Cavaletti

Im dritten Teil geht es um Übungen mit dem Cavaletti – im Trab, im Galopp und im Gelände. Mit Cavaletti sind alle Übungen des Springreitens gut und einfach vorzubereiten und zu üben, ohne dass das Pferd durch viele hohe Sprünge zu sehr beansprucht wird.

Teil 4: Erste Sprünge

Erste Sprünge stehen in Teil vier der Reihe im Fokus: Einzelsprünge, Caprilli- Tests, Springen im Gelände und Wasserstellen. Besonders die Bedeutung der Caprilli-Tests als sinnvolle Kombination von dressurmäßigen Übungen und ersten Übungen im Springreiten wird hervorgehoben.

Teil 5: Weiterführende Springausbildung

Im fünften und letzten Teil dreht sich alles um die weiterführende Springausbildung. Gezeigt wird wie man sich das Parcoursreiten über das Springen von Reihen, Einzelsprüngen, Kombinationen und Distanzen erarbeitet. In den Filmen sind ausschließlich Reiter zu sehen, bei denen es sich um reine Amateure handelt, die sich mit Einsatz und Engagement ihren Pferden widmen und die sich bereit erklärt haben, mit ihren Pferden in der Filmreihe mitzuwirken.

Vom Sprung bis zum Parcours

Voraussetzung für das Springreiten ist ein guter leichter Sitz – ausbalanciert, geschmeidig und losgelassen. Bevor es an das Springen über Hindernisse geht, übt der Reiter mit kurzem Bügel auf ebenem Hufschlag, sich geschmeidig an unterschiedliche Situationen und Bewegungen anzupassen. Der Reiter sollte den Wechsel zwischen den verschiedenen Sitzarten in allen Grundgangarten beherrschen – sowohl auf geraden als auch auf gebogenen Linien.

Wendungen reiten

Das korrekte Reiten von Wendungen spielt ebenfalls eine große Rolle, denn Wendungen werden später auch im Parcours wichtig. Der Reiter lernt, dass der Zügel nicht primär zum Lenken dient, sondern Wendungen vor allem mit seinem Körper und mit seinem Blick leitet.

Imaginäres Parcoursreiten

Ohne Dressur kein Springen: Wer erste Hindernisse sicher und harmonisch meistern will, muss die dressurmäßigen Grundlagen beherrschen. Dazu gehört das Reiten von Zirkeln, Volten und freien Linien sowie Übergängen. Harmonische Übergänge zeigen an, dass die Hilfengebung gut abgestimmt ist und der Reiter fein auf sein Pferd einwirken kann. Dabei sind fließende Übergänge innerhalb des Galopps für das Springreiten besonders wichtig. Denn nur wenn der Reiter jederzeit in der Lage ist, die Länge der Galoppsprünge zu verändern, kann er die Aufgaben eines Parcours rhythmisch absolvieren. 

Beim imaginären Parcoursreitenlernt der Reiter, vorgegebene Linien einzuhalten und Übergänge, Handwechsel und Wendungen zu kombinieren

Eine weitere wichtige Grundlage ist das Überstreichen. Bei dieser Übung wird überprüft, ob der Reiter ausbalanciert und losgelassen zu Pferde sitzt und die Reiterhand unabhängig vom Sitz ist. Das Überstreichen zeigt außerdem an, in wie weit sich das Pferd im Gleichgewicht und in Selbsthaltung bewegt. Beim imaginären Parcoursreiten werden noch keine Sprünge gemacht, sondern es treffen verschiedene Übungen aus der dressurmäßigen Vorbereitung zusammen: Der Reiter lernt, vorgegebene Linien und korrekte Wege einzuhalten und Übergänge, Handwechsel und Wendungen zu kombinieren. Das imaginäre Parcoursreiten ist auch sinnvoll, um sich Parcourslinien einzuprägen, zum Beispiel vor dem Parcoursspringen.

Cavaletti für den Einstieg

Zum Einstieg in das Springreiten eignen sich Cavaletti besonders gut. Zunächst wird ein einzelnes Cavaletti so lange auf unterschiedlichen Linien angeritten, bis der Reiter die Bewegung verinnerlicht hat und den fließenden Wechsel zwischen Leichttraben, Aussitzen und leichtem Sitz beherrscht. Die Anforderungen werden langsam gesteigert: zwei Cavaletti auf einer einfachen Schlangenlinie, vier Cavaletti auf einer Linie, dann versetzt auf einer Zirkellinie. Bei den ersten Cavaletti-Übungen im Galopp lernt der Reiter, den Rhythmus des Galopps nicht nur zu erhalten, sondern auch zu verändern, indem er die Galoppsprünge verlängert oder verkürzt.

Einzelsprünge meistern

Wer im Gleichgewicht sitzt und rhythmisch auf vorgegebenen Linien galoppieren kann, kann sich an die ersten Sprünge wagen. Begonnen wird das Springen aus dem Trab. Wichtig ist ein einladender und sicherer Aufbau, damit der Reiter sich ganz auf seinen Sitz konzentrieren kann. Klappt das Springen aus dem Trab, hilft das Cavaletti vor dem Sprung beim rhythmischen Überwinden des ersten Sprungs aus dem Galopp. Aus einem passend gewählten Weg und Tempo, einem gleichmäßigen Rhythmus und dem Gleichgewicht von Reiter und Pferd ergibt sich dabei in dieser Phase der Ausbildung immer eine passende Absprungdistanz. Der Reiter sollte auf vier Dinge achten: Gleichmaß, Grundtempo vor und nach den Hindernissen, klare Linienführung und mittiges Anreiten.

Der leichte Sitz kann auch schon beim Traben über Cavaletti geübt werden.

Gleichgewicht, Balance und Bewegungsgefühl spielen bei der Ausbildung des Reiters eine wichtige Rolle.

Eine Reihe springen

Auch in der weiterführenden Springausbildung des Reiters spielt die Schulung von Gleichgewicht, Losgelassenheit und Bewegungsgefühl eine wichtige Rolle. Reihen zu springen fördert eine schnelle Reaktion, die Sprung- und Schnellkraftentwicklung des Pferdes sowie die Hergabe des Pferderückens und schult Balance und Flexibilität des Reiters. Grundsätzlich sollten Gymnastikreihen so konzipiert sein, dass die Hindernisse als In-and-Out, mit einem oder mit zwei Galoppsprüngen zu überwinden sind. Das Überwinden einer Reihe ohne Zügel fördert die Unabhängigkeit der Hand vom Sitz und schafft Vertrauen.

Der erste Parcours

Wer Cavaletti-Übungen und Einzelsprünge gemeistert hat, kann sich an den ersten Parcours wagen. Am besten kann der Reiter zunächst die unterschiedlichen Hindernistypen üben. Bei den ersten Hindernisfolgen sollten die Wege lang und gerade sein und genug Zeit zur Vorbereitung auf den nächsten Sprung bieten.

Lina Otto

 

Die Inhalte der Filmreihe basieren auf den „Richtlinien für Reiten und Fahren“, Band 1  „Grundausbildung für Reiter und Pferd“. Dort werden die Grundübungen im Reiten über Hindernisse bis hin zum Parcoursspringen dargestellt – inklusive Aufbauformen und Abstände. Auch die hier beschriebenen Übungen sind Beispiele aus den Richtlinien, Band 1, die im FNverlag erschienen und für 16,90 Euro erhältlich sind.

Übungen für die Praxis:

Schlangenlinie

Mit dieser Übung kann der Reiter eine korrekte Linienführung und das Landen im Handgalopp trainieren. Vier Cavaletti werden auf der Mittellinie wie bei einer Schlangenlinie durch die Bahn aufgestellt. Der Reiter galoppiert im leichten Sitz über die Cavaletti auf der Schlangenlinie durch die Bahn. Er sollte dabei darauf achten, die Linie im Blick zu halten und über das Cavaletti hinweg in die neue Richtung zu schauen. Über den Cavaletti erfolgt der Handwechsel. Ein wichtiger Tipp, um direkt im richtigen Galopp zu landen: Der Reiter schaut die Linie entlang immer schon zum nächsten Cavaletti, denn der Blick leitet die Bewegungen des Körpers und somit gibt der Reiter gleich die Richtung vor.

Cavaletti-Übung

Für diese Übung werden nur zwei Cavaletti gebraucht und sie schult nicht nur das Rhythmusgefühl des Reiters, sondern trainiert auch die Durchlässigkeit des Pferdes. Zwei Cavaletti werden auf gerader Linie mit einem Abstand von 22 Metern aufgestellt. Der Reiter galoppiert mit sechs Galoppsprüngen dazwischen über die Cavaletti. Dafür wählt er ein normales Arbeitstempo.

Wichtig: Die Mitte anreiten, Blick nach vorn, Bügel austreten. Der Reiter zählt die Galoppsprünge zwischen den Cavaletti laut mit. Wenn sechs Galoppsprünge gut und vor allem gleichmäßig klappen, verkürzt der Reiter den Galopp und absolviert die Cavaletti mit sieben Galoppsprüngen. Laut mitzählen nicht vergessen! Wenn sieben Galoppsprünge kein Problem mehr sind, verlängert der Reiter den Galopp und galoppiert mit fünf Sprüngen dazwischen über die Cavaletti. Wichtig ist hier besonders das Gleichmaß. Der Galopp muss schon vor dem ersten Cavaletti entsprechend verlängert oder verkürzt werden, danach muss der Reiter nur den Rhythmus halten.

Gymnastik-Reihe

Die Springgymnastik-Übung kann der Reiter zum Einstieg ganz niedrig aufbauen. Los geht es mit einem Cavaletti, das aus dem Trab angeritten wird. Es folgt ein In-and-Out aus zwei Kreuzen, der Abstand zwischen den Kreuzen beträgt ca. 3,30 Meter oder 3,40 Meter. Weiter geht es mit einem Galoppsprung auf den Steilsprung. Zum Abschluss kommt der Oxer mit zwei Galoppsprüngen. Die Meterangaben sind Zirkawerte, die Abstände können je nach Größe des Pferdes und Höhe der Hindernisse angepasst werden.

Wer mit dem Springen beginnen möchte, ist manchmal noch unsicher. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) erreichen immer wieder verschiedene Fragen zum Springen. Die FN-Ausbildungsexpertin Lina Otto hat eine Auswahl hier zusammengestellt und beantwortet:

Reicht es, wenn man als Springanfänger ein Pferd hat, das „nur” bis L-Niveau ausgebildet ist, oder braucht man ein sehr erfahrenes Springpferd?

Lina Otto: Es ist erstmal völlig egal, bis zu welcher Klasse ein Pferd ausgebildet ist. Am Anfang springt man ja nur über sehr niedrige Abmessungen. Wichtiger ist, dass das Pferd durchlässig ist, rhythmisch galoppiert und gelassen springt.

Gibt es Tipps für heiße, übermütige Pferde?

Lina Otto: Bei „heißen” Pferden ist immer die Losgelassenheit zu verbessern. Also, zunächst dressurmäßige Grundlagen schaffen, häufiges Zügel-aus-der-Hand-kauen-Lassen, überstreichen, viele Übergänge und dann später die Sprünge mit Übungen wie Volten kombinieren.

Wie finde ich die passende Distanz zum Sprung?

Lina Otto: Es gibt vier Grundprinzipien für das Anreiten von Hindernissen: Weg, Tempo/Rhythmus, Gleichgewicht von Reiter und Pferd und der Reiter hat das Pferd vor sich. Sind diese vier Faktoren gegeben, führt dies immer zu einer geeigneten Absprungdistanz. Gerade in den unteren Klassen bis etwa Klasse L ist der Absprungbereich noch größer, das heißt, nicht zu viel über passend reiten nachdenken, sondern auf die vier Prinzipien konzentrieren. War der Absprung nicht ideal, lag es immer an der Vorbereitung.

Wie verliere ich die Angst vor der Höhe? Und wie die Angst vor dem Springen generell (z.B. nach einer Verweigerung)?

Lina Otto: Die Basis muss stimmen. Der Reiter braucht einen sicheren – also ausbalancierten und losgelassenen – leichten Sitz mit kurzem Bügel. Dann wird immer vom leichten zum schweren aufgebaut. Angst ist in den allermeisten Fällen eine Folge von Bewegungsunsicherheit und Überforderung. Also erstmal einen oder zwei Schritte zurück. Dann erst daraus langsam wieder steigern.

Wie schädlich ist Springreiten für die Gelenke des Pferdes?

Lina Otto: Bei einem systematisch trainierten Pferd ist Springen überhaupt nicht schädlich. Achtet auf gute Bodenverhältnisse, wärmt euer Pferd sorgfältig auf, vermeidet sehr enge Wendungen und wählt einen fairen Aufbau mit Aufgaben, die das Pferd versteht und überblicken kann.

Wie kann ich auch vom Boden aus meinen Blick für Distanzen und Absprung schulen?

Lina Otto: Gar nicht. Sicherheit und Routine beim Springen kommt durch das Springen in vielen unterschiedlichen Situationen. Cavaletti helfen bei der Rhythmusschulung und können fast täglich in die Arbeit eingebaut werden.

Wann darf man mit dem Springen bei einem jungen Pferd beginnen?

Lina Otto: Schon über das Freispringen können dreijährige Pferde an das Springen herangeführt werden. Unter dem Reiter wird dann meistens im Alter von vier Jahren begonnen. Wie kann ich den Springsitz üben? Lina Otto: Indem du in einem Springsattel mit kurzem Bügel im leichten Sitz reitest und dich dabei immer geschmeidig den Bewegungen des Pferdes anpasst. Alle Übungen, die im Dressursattel geritten werden, können auch mit kurzem Bügel und im Springsattel geritten werden. Das gibt Gleichgewicht und Bewegungsgefühl und bereitet auf das Springen vor.

Wo finde ich die richtigen Abstände zwischen den Sprüngen/Stangen/Cavaletti?

Lina Otto: In den Richtlinien Band 1 und 2.

Wie kann ich Reitschüler auf den ersten Sprung vorbereiten?

Lina Otto: Erst wirklich gründlich den leichten Sitz schulen, am besten regelmäßig mit kurzen Bügeln reiten, dann ganz leicht beginnen, viel mit Cavaletti arbeiten, Springen aus dem Trab auch über Springreihen und die Anforderungen erst steigern, wenn die Reiter wirklich sicher sind.

Wie funktioniert die Hilfe zum Abspringen?

Lina Otto: Aus der entsprechenden Vorbereitung heraus bringt der Reiter sein Pferd zum Sprung und unterstützt es beim Absprung mit einer vortreibenden Schenkelhilfe. Die Hand geht in Richtung Pferdemaul vor ohne den Kontakt aufzugeben, der Reiter bleibt nah am Pferd und beugt den Oberkörper in Richtung Pferdehals.

Zu Beginn eher Steilsprung oder Kreuz anreiten?

Lina Otto: Das Kreuz erzieht Pferd und Reiter in der Mitte zu bleiben, daher ist es besonders zu Beginn gut geeignet.

Wie stelle ich meine Steigbügel passend ein?

Lina Otto: Für das Reiten im leichten Sitz werden die Bügel etwa 3 bis 6 Loch kürzer verschnallt als für das Dressurreiten. Ob der Bügel kurz genug ist, kann man am besten feststellen, wenn man im leichten Sitz reitet. Der Reiter muss in der Lage sein, mit federndem Fußgelenk und guten Winkeln in Knie und Hüfte nah am Pferd zu sitzen und elastisch mitzuschwingen.

Was kann ich tun, wenn mein Pferd den Sprung verweigert?

Lina Otto: Verweigert ein Pferd, war die Vorbereitung nicht gut. Der Reiter muss sich beim Anreiten folgende Fragen stellen: Bin ich auf dem richtigen Weg zum Sprung? Habe ich ein passendes Tempo und einen guten Rhythmus? Sind mein Pferd und ich im Gleichgewicht? Und habe ich mein Pferd vor mir? Ist die Antwort auf alle diese Fragen ja, dann kann das Pferd daraus immer einen guten Sprung machen. Hartnäckiges Verweigern kann aber auch ein Zeichen von fehlendem Vertrauen oder schlechten Erfahrungen sein. Dann heißt es ein paar Schritte zurück, erst wieder Sicherheit und Vertrauen schaffen.

Wie gut sollte ich Dressur reiten, bevor ich anfange zu springen?

Lina Otto: Dressur und Springen werden am besten von Anfang an parallel geschult, also regelmäßig zwischen längerem und kürzerem Bügel wechseln. Schon am Führzügel können erste Hindernisse gemeistert werden. Je eher das Springen mit in die Ausbildung eingebaut wird, desto sicherer und sattelfester wird der Reiter.

Mein Pferd macht sich extrem stark vor dem Sprung, was kann ich tun?

Lina Otto: Bei Pferden, die sich vor dem Sprung den Reiterhilfen entziehen, ist zunächst die dressurmäßige Basis zu fördern. Also viele Übergänge, Wendungen, Zügelaus- der-Hand-kauen-Lassen, Überstreichen um die Durchlässigkeit zu verbessern. Niemals sollte durch scharfe Gebisse oder den falschen Gebrauch von Hilfszügeln die mangelnde Durchlässigkeit übergangen werden.

Wie oft sollte ich maximal pro Woche springen?

Lina Otto: Zwei bis drei Mal pro Woche sind für das Training schon sinnvoll. Dabei zum Beispiel einmal Springgymnastik, einmal Cavaletti-Arbeit und einmal Parcourstraining.

Brauche ich für ein E-Springen auf dem Turnier schon einen Springsattel?

Lina Otto: Ein Springsattel ermöglicht das ausbalancierte Reiten mit verkürztem Bügel. Das ist auch in E-Springen schon sehr wichtig. Es reicht aber auch ein Vielseitigkeitssattel. Dressursättel mit ihrem langen Sattelblatt, tiefen Sitz und hochgezogenen Zwieseln behindern die Beweglichkeit und erschweren das Eingehen in die Bewegung.

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