PM-Forum Ausgabe 04/2015

Editorial

Liebe Persönliche Mitglieder,
dieses Jahr beschert uns eine Fülle hochklassiger Pferdesportveranstaltungen in Deutschland, die wir sonst nicht im Kalender vorfinden. Die Europameisterschaften in den fünf Disziplinen Springen, Dressur, Voltigieren, Fahren und Reining, die im August in Aachen ausgerichtet werden, sind sicher der Höhepunkt 2015. Dass das Aachener Veranstalterteam das knapp zweiwöchige Championat mit besten sportlichen Bedingungen und einem attraktiven Programm für die Besucher organisieren wird, mag niemand bezweifeln. Die gelungenen Weltreiterspiele 2006 sind vielen von uns noch in allerbester Erinnerung.

 

Breido Graf zu RantzauAufgrund der Europameisterschaften verzichtet der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) auf seinen CHIO, sein angestammtes Nationenpreis-Turnier. Die Länderspiele der Pferdesportler finden in diesem Jahr eine neue Bleibe. Der Nationenpreis der Springreiter in Mannheim liegt bei Peter Hofmann in den besten Händen. Der langjährige Maimarkt-Veranstalter und zweimalige Gastgeber von Europameisterschaften nimmt enorme Anstrengungen auf sich, um den besten Springteams Europas einen idealen Rahmen zu bieten. Auch Ullrich Kasselmann als erfahrener Gastgeber internationaler Turniere und Championate ist ein Garant dafür, dass der Nationenpreis Dressur in Hagen a.T.W. ein Erfolg wird. In Verden treten die Voltigiersportler zum Ländervergleichswettkampf an, der Nationenpreis der Vierspännerfahrer wird in diesem Jahr in das große Fahrturnier in Riesenbeck eingebunden. Auch diese Beiden sind höchst erfahrene Organisatoren internationaler Meisterschaften. Allen Veranstaltern, die mit großem Engagement die Nationenpreise ausrichten und die ausländischen Gäste willkommen heißen, gilt mein aufrichtiger Dank.

Bei den vielen hochklassigen und hochdotierten Prüfungen weltweit insbesondere im Springsport darf der Nationenpreis als Mannschaftswettbewerb nicht an Wert verlieren. Es gibt zwar immer noch viele Reiter, die es als Ehre betrachten, ihr Land in einem Nationenpreis zu vertreten, aber deren Zahl ist doch in den letzten Jahren und Jahrzehnten beträchtlich gesunken. Das ist schade, aber durch die Verlockungen anderer Serien und Spitzenevents auch nachzuvollziehen. Der sportliche Wert ist indes unbestritten hoch. Bei keinem Wettbewerb liegen Gewinn und Verlust so nah beieinander wie im Nationenpreis. Weltmeister oder Olympiasieger können heute zehn, zwölf Springsportnationen werden. Manchmal trennt nur ein Spring- oder gar Zeitfehler eines Reiters das Team von einer Medaille.

In den anderen Disziplinen gelten zwar etwas andere Voraussetzungen, aber die Spannung, das Miteinander der Teammitglieder und der Stolz, die beste Leistung für ein Land erbracht zu haben, ist allen gemein. In diesem Sinne hoffe ich, dass die Nationenpreise in diesem Sommer die Aufmerksamkeit bei den Pferdefreunden und natürlich auch bei den Persönlichen Mitgliedern erhalten, die sie verdienen.

Breido Graf zu Rantzau
Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. (FN)

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