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Mauke: Multifaktorielle Erkrankung

Brennpunkt Fesselbeuge

Mauke – so heißt es, wenn die Fesselbeuge wund oder entzündet ist, die Haut Krusten oder gar Falten schlägt, aufreißt oder sich eine übelriechende Schmiere ausbreitet. Doch Mauke ist ein Sammelbegriff. Was alles dahinterstecken kann, welche Ursachen und Lösungen es gibt, ist ein komplexes Feld und jeweils eine individuelle Geschichte.

Die Kruste in der Fesselbeuge zeigt es an, hier ist Mauke im Spiel. Foto: Arnd Bronkhorst

Der wahre Pferdefuß ist oft weiß – das erfahren viele Pferdebesitzer schmerzhaft. Vielseitigkeitsreiterin Jana Menningen aus Münster berichtet von ihrem Fuchswallach Siggi: „In einem Winter, kurz bevor Siggi sechsjährig wurde, hatte er plötzlich auf allen drei weißen Beinen Mauke. Zudem fing er an zu husten. Das Immunsystem war deutlich gestört. Zur Mauke entwickelte sich noch ein Einschuss, so dass am Ende nur noch ein Tierarztbesuch helfen konnte.“ Erst eine gezielte medikamentöse Therapie brachte Besserung an den Füßen. Doch die Immunschwäche zog sich bis in den Sommer, mit wiederholten Fieberschüben. Vor dem nächsten Winter stärkte Jana Menningen Siggis Abwehrkräfte, unter anderem durch gezieltes Zusatzfutter – mit Erfolg: Der Wallach überstand die kalte Jahreszeit deutlich stabiler und blieb bislang maukefrei.

Ein Sammelbegriff

Ein Einzelbeispiel, das dennoch viel über das Problem Mauke verrät – Mauke ist eine multifaktorielle Erkrankung, ein Oberbegriff für verschiedenste Hautprobleme in der Fesselbeuge. Es gibt wohl kaum einen Pferdemenschen, der noch nie wunde Fesselbeugen gesehen oder verkrustete, schmierig-stinkende Haut oder gar dicke Hautfalten erlebt hat. Die nasskalte Herbst- und Winter- und auch Frühlingszeit ist typische Mauke-Zeit – doch Mauke kann das ganz Jahr über auftreten. 

Mauke ist eine multifaktorielle Erkrankung. Offene Wunden machen es Bakterien besonders leicht einzudringen und Schlimmeres zu verursachen. Fotos (2): Christiane Slawik

Bakterien, dauerhaft feuchte Umgebung, Hautpilz oder Hefen sowie Parasiten wie Milben gehören zu häufigen Auslösern einer entzündeten Haut in der Fesselbeuge. Dabei können auch mehrere dieser Faktoren zeitgleich auftreten und sich gegenseitig begünstigen.

Risikofaktoren 

Unpigmentierte Fesseln sind – mehrfach wissenschaftlich nachgewiesen – besonders empfänglich. Falsches oder schlechtes Futter können sich ebenso wie ein Mangel oder Überschuss von Nährstoff- und Spurenelementen auf die Hautgesundheit auswirken. Ebenso ein geschwächtes Immunsystem – wenngleich umgekehrt nicht alle Mauke- Patienten ein Problem mit dem Immunsystem haben. „Dennoch sind Pferde, die beispielsweise an Equinem Cushing erkrankt sind, im Allgemeinen leichter empfänglich für diverse, auch bakterielle Erkrankungen“, trägt Pferdemedizinerin Dr. Verena Zehetner aus Wien bei. Kaltblutrassen genauso wie Robustpferde mit üppigem Behang sind ebenfalls oft anfällig für Mauke. Das kann mit einer genetischen Veranlagung zusammenhängen, oder mit dem üppigen Fesselbehang, unter dem beginnende Mauke schneller einmal übersehen werden kann und der Behandlungsbeginn dadurch verzögert wird. Zudem gibt es Krankheiten, Medikamente oder Pflanzen, die die Haut übermäßig lichtempfindlich machen. Daraus kann sich eine Wundfläche entwickeln, die anfällig ist für weitere Krankheitserreger. In seltenen Fällen steckt hinter den maukeartigen Hautveränderungen eine Vaskulitis, eine Entzündung der Blutgefäße.

Keine Modekrankheit, sondern uralt: Ein historischer Abriss über Mauke 

Florian Geburek promovierte 2002 mit seiner Doktorarbeit über Warzenmauke bei Kaltblutpferden und fand in der Literatur von Tiermedizinhistoriker Prof. Dr. Johann Schäffer (1983) einen Beleg über Behandlungsempfehlungen gegen Mauke und eine Rezeptesammlung in einem Werk namens „Corpus Hippiatricorum Graecorum“, das zwischen dem 3. und 5. Jahrhundert n. Chr. entstand – damit zählt Mauke zu den ältesten überlieferten Pferdeerkrankungen. Auch sprachlich hat der Begriff eine lange Geschichte: Im Mittelalter wurde „Mauke“ (bzw. damals „muche“) als „eine den Fuß lähmende Krankheit“ beschrieben. Die Autoren Jacob und Wilhelm Grimm zitieren in ihrem Deutschen Wörterbuch von 1885 eine Quelle aus dem Jahr 1542. Demnach handle es sich um „eine kleine Geschwulst, welche sich an den Füßen der Pferde unter den langen Haaren zwischen den Fesseln festsetzt, aufbricht und grindig wird“. Über die Jahrhunderte finden sich zahlreiche ähnliche Beschreibungen, die auf den chronisch-entzündlichen und nässenden Charakter der Erkrankung hinweisen. Im Laufe der Zeit wurden verschiedenste Ursachen für Mauke vermutet. Bei Grubenpferden fiel zum Beispiel auf, dass ihre Haut durch Abwässer und Rückstände stark geschädigt war. Kaum waren sie über Tage, heilte die Mauke schneller ab. Auch Salz, Laugen oder reizende Stoffe wie Senföl wurden als mögliche Auslöser genannt. Damit zeigt sich: Mauke begleitet die Pferdehaltung seit mehr als 1.500 Jahren – und ihre Ursachen reichen damals wie heute von Umwelt- und Haltungsbedingungen bis hin zu möglichen genetischen Faktoren.

Dauerhaft Matsch und Nässe begünstigen die Entstehung von Mauke.

Unpigmentierte Fesseln sind besonders empfänglich für Mauke. Foto: Arnd Bronkhorst

Teufelskreis

Eine geschwächte Hautbarriere kann oft einen ganzen Rattenschwanz nach sich ziehen. Lokale Entzündungen können Schwellungen und sogar Fieber auslösen. Manche Pferde zeigen Bewegungsunlust oder sogar Lahmheit aufgrund der schmerzenden, aufgerissenen oder spannenden Haut. Juckreiz tritt häufig im Zusammenhang mit Parasitenbefall wie Milben auf. Manchmal zieht sich die angegriffene Haut über die Fesseln die Beine hoch und wird dann als Raspe bezeichnet. Die Bandbreite von leichten Mauke- Fällen bis hin zu schweren oder chronischen Fällen ist riesig. Die Klärung der Ursachen ist nicht immer möglich, die richtige Therapie nicht immer gleich gefunden.

Häufiger Hautprobleme

Carlotta Steinbach ist FEI-Tierärztin und Mannschaftstierärztin der deutschen U21-Springreiter. Sie praktiziert in Dannstadt-Schauernheim in Rheinland- Pfalz und beobachtet in ihrer Praxis, dass Haut- und Allergieprobleme bei den Pferden generell zunehmen – wie auch bei den Menschen. 

Außerdem: „Manche Sportpferde werden zum Beispiel zu häufig und zu kurz im Bereich der Fesseln geschoren – es ist wichtig zu wissen, dass der Behang auch eine Schutzfunktion hat.“ Bei drei Millimeter kurzem Fell liegt die Haut frei und ist Licht und Insekten ausgeliefert. Haarfollikel entzünden sich leichter, Hufglocken reiben in den geschorenen Fesselbeugen schneller die Haut auf. „Die kleinste Hautverletzung öffnet Bakterien den Weg“, erklärt die Tierärztin, die auch Pferdewirtin Schwerpunkt Reiten ist. „Natürlich macht es manchmal Sinn, die Beine zu scheren – doch man sollte jeden Fall abwägen.“

Die Suche nach Hilfe 

So vielfältig wie die Ursachen, so vielfältig sind die verwendeten Hausmittel und rezeptpflichtige Arzneien. Von der Zinksalbe über Honig, Heilsalben, gereinigter Schafwolle, die rückfettend wirkt, Dexpanthenolsalbe, Lebertranzinksalbe, Maukelotion aus dem Handel, Jodseife-Waschungen und Betaisadona reicht die Skala der guten Ratschläge, die in Ställen kursieren. „Ich habe auch schon mal von Bauern gehört, die auf die Fesseln gepinkelt haben sollen“, sagt Carlotta Steinbach. Wie es oft so ist: Beim einen hilft’s, beim andren nicht, beim Dritten verschlimmert es die Symptome. Mauke ist ein typisches „Es-kommt-darauf-an“- Thema, frustrierend für alle Betroffenen, Mediziner und Journalisten. Ein Teufelskreis beginnt, wenn eine entzündete Fesselbeuge einen Einschuss nach sich zieht und das gesamte Bein wie ein Elefantenfuß aussieht. Oder wenn die Haut knotig und dick wird – in den Falten fühlen sich Infektionserreger dann besonders wohl.

Studie zur Tierarztkonsultation in Bezug auf Mauke 

Mehrere Tiermediziner haben in den Jahren 2021/ 2022 an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Bern eine Studie erarbeitet. Berichtet wird darüber im Schweizer Archiv für Tierheilkunde, Band 164, Heft 5, Mai 2022. Die Ziele waren unter anderen „… die Entscheidungsgrundlage, einen Tierarzt zu konsultieren“ abzuklären. 123 Pferde wurden analysiert, die Besitzer über Soziale Medien rekrutiert. Alle Pferde hatten in den beiden Studienjahren mindestens einmal Mauke. Ein Ergebnis war, dass 69 Prozent der Behandlungen ohne Rücksprache mit einem Tierarzt durchgeführt wurden – was später in den hartnäckigen Fällen die Bestimmung der Ursache und die Behandlung verkomplizierte und verlängerte. Das Fazit: „Eine Informationskampagne ist für das Tierwohl notwendig, damit Besitzer die Vorteile einer früheren Konsultation eines Tierarztes erkennen.”

Anruf beim Tierarzt

Damit es nicht so weit kommt, klärt Carlotta Steinbach das Dilemma der Pferdebesitzer bezüglich der Frage: Wann muss der Tierarzt kommen? „Kleine Stellen, die etwa so groß wie ein Zehn-Cent-Stück sind, kann man mit den üblichen Hausmitteln selbst behandeln – mit allem, was desinfizierend oder pflegend wirkt“, findet die FEI-Tierärztin. Wenn nach fünf bis sieben Tagen keine Besserung eintritt, wenn das ganze Bein betroffen ist, sich ein Einschuss bildet, das Pferd Fieber hat oder lahmt, dann ist der Anruf beim Tierarzt unabdingbar. Der Tierarzt verschreibt individuell Medikamente, in entsprechenden Fällen auch antibakterielle Arzneimittel. „Dabei ist zu beachten, dass Waschungen zum Beispiel mit Jodseife lange genug einwirken müssen“, sagt Carlotta Steinbach. Manchmal wird ein Angussverband mit Jod oder anderen desinfizierenden Mitteln verordnet, um die Krusten zu lösen. Beim Lösen der Krusten ist aber Vorsicht geboten – die Gefahr, die Haut erneut zu verletzen ist groß. 

Übermäßiges, nicht notwendiges Waschen schwächt auf Dauer die Hautbarriere. Foto: Frank Sorge

Und wer plant Turniere zu reiten, sollte bei den Inhaltsstoffen der verwendeten Haus- und Arzneimittel unbedingt genau hinschauen und prüfen, ob diese alle ADMR-konform sind.

Ursachensuche

„Wenn die Mauke hartnäckig bleibt, verfolgen Sie gemeinsam mit dem Tierarzt die komplette Historie der Hautveränderung im Kontext der Lebensbedingungen, Haltung und Fütterung“, rät FEI-Tierärztin Carlotta Steinbach. Gemeinsam geht es auf Ursachensuche: „Stehen auf der Weide Pflanzen, die Auslöser sein können? Das lebertoxische Johanniskraut? Oder Pastinaken, die zwar getrocknet eine gesunde Ergänzung sein können, bei denen jedoch der direkte Hautkontakt mit der wilden Form auf der Wiese über eine Photosensibilisierung schwerwiegende Hautreaktionen hervorrufen kann?“, fragt Carlotta Steinbach. Bis diese Pflanzen entfernt sind, kann vorübergehendes Einbandagieren Schutz vor Pflanzenkontakt und UV-Licht bieten. „Weitere Aufklärung bringen eine Blutuntersuchung, hier sind verschiedene Spurenelemente wie Zink, Selen und Manganwerte, aber auch Leberwerte oder Vitamin E als natürlich vorkommendes Antioxidans aufschlussreich, sowie ein Check der Fütterung: Stoffwechselempfindliche Pferde reagieren gerne auf übermäßig Zucker, Eiweiß und Stärke, eine Hautreaktion darauf ist möglich.“ Außerdem: „Manchmal erkranken Pferde auch an Mauke als Folge von Medikamentengabe, etwa wenn Sulfonamide im Spiel sind. Das ist eine Gruppe synthetischer Antibiotika – die etwa in einem Breitbandantibiotikum enthalten sind“, zählt die Tierärztin auf. Hier kann in seltenen Fällen auch eine Photosensibilisierung entstehen. Ihr Rat: „Einmal im Jahr sollte grundsätzlich ein Blutbild gemacht werden; insbesondere, wenn Hautprobleme vorliegen, kann ein Blutbild aufschlussreich sein.“ Mit einem Skalpell kann der Tierarzt zudem Hautschuppen und Krusten entnehmen, mit Klebefilm Hautareale beproben oder in schweren Fällen eine Hautstanze entnehmen. Im Labor kann untersucht werden, ob und welche Bakterien, Pilze oder Milben zum Vorschein kommen – entsprechend präzise kann der Tierarzt dann Medikamente geben und eine Therapie verordnen.

Hier zwar noch nicht, aber manchmal zieht Mauke über die Fesseln die Beine hoch und wird dann als Raspe bezeichnet. Foto: Arnd Bronkhorst

Jodseife-Waschungen können bei akuter Mauke helfen – müssen allerdings lange genug einwirken. Foto: Marius Schwarz/galoppfoto.de

Vorsorge betreiben

Möglichst optimale Haltungsbedingungen und ein starkes Immunsystem sind wichtige Bausteine zur Vorbeugung von Mauke. „Empfindliche Fesseln kann man mit Zinksalbe einreiben, damit die Feuchtigkeit aus den Fesselbeugen ferngehalten wird“, erklärt Tierärztin Carlotta Steinbach. „Einen sehr dichten Behang sollte man bei Bedarf scheren oder kürzen, um ihn besser sauber und trocken halten zu können. Wer Pferdebeine wäscht, sollte sie danach gut trocknen.“ Übermäßiges, nicht notwendiges Waschen sollte jedoch vermieden werden, hier wird ansonsten auf Dauer die Hautbarriere geschwächt.

Neue Ideen und Wege 

Der Tierarzt Christian J. Gabrielse, gebürtiger Niederländer, schaut gern über den Tellerrand hinaus. Seit über 40 Jahren betreibt er eine ambulante Pferdepraxis in Dinslaken – und denkt Pferdegesundheit ganzheitlich. Er hat die Plattform tierarzt-online.app entwickelt, über die Halter per Video eine tierärztliche Beratung und potenziell eine Verdachtsdiagnose erhalten können. „Gerade bei Hautproblemen funktioniert eine erste Einschätzung per Video erstaunlich gut“, ist seine Erfahrung. Für eine definitive Diagnose und spezifische medikamentöse Therapie bleibt eine klinische Untersuchung allerdings meist unabdingbar. Auch in seiner Praxis ist Mauke eins der häufigsten Themen. „Wir leben hier zwischen mehreren Flüssen – im Frühjahr und Herbst spielen Grasmilben eine große Rolle“, erklärt Gabrielse. Wenn sich Hautprobleme in den heißen Monaten Juni und Juli häufen, liegt sein Verdacht inzwischen auf einem Vorkommen von Blaualgen in der Tränkwasserversorgung – deren Giftstoffe reizen die Haut zusätzlich. Gabrielse findet weitere Mauke-Ursachen in der Fütterung (zu viel Stärke, zu viel Eiweiß, zu viel Zucker), Haltung und Bewegung. „Pferde werden heute zu wenig bewegt. Neun von zehn Haltern wollen eher pflegen als reiten“, kritisiert er. Zu viel Einzelhaltung, zu wenig „muskelaufbauende Bewegung“ und Übergewicht seien die größten Probleme. „Pferde sind Bewegungstiere. Wenn sich der Stoffwechsel durch Bewegungsmangel verlangsamt, wird auch die Haut anfälliger.“

Kaltblüter und Shire Horses

Im Jahr 2002 legte Alexandra Wallraff ihre Doktorarbeit über Kaltblutpferde und Mauke an der Tierärztlichen Hochschule Hannover ab. Sie untersuchte 912 Kaltblüter verschiedener Rassen und stellte fest, dass 66,7 Prozent klinische Anzeichen von Mauke zeigten. Ihr Fazit: Mauke hat vielschichtige Ursachen, doch eine genetische Komponente spielt eine signifikante Rolle. Bei manchen Kaltblutrassen wäre eine konsequente Zucht auf Maukefreiheit jedoch schwierig, da die Populationen klein und die Zuchtbasis begrenzt ist. Das betrifft auch die Shire Horses – Melanie Hille aus Porta Westfalica hält seit 2003 Shire Horses und besitzt aktuell vier Stück. Ihre Beobachtung: „Es gibt innerhalb der Rasse Blutlinien und Pferde, die zu Mauke tendieren, und solche, die eher keine Mauke bekommen.“ Auch sie beobachtet: „Auffallend ist, dass manche Pferde nicht nur Mauke haben, sondern häufig auch weitere Probleme wie Husten, Sommerekzem und mehr. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, reicht schon ein kleiner Reiz, um den Entzündungsprozess in Gang zu setzen – selbst wenn das jeweilige Pferd in der Ernährung exakt passend mit Ergänzungs- und Mineralfutter abgedeckt ist.“

Juckende Milben

Eine der Stuten von Melanie Hille leidet besonders unter Juckreiz, Milben sind unter anderem der Auslöser. „Man sieht die Milben meist nicht. Sie ernähren sich von Hautschuppen, Hautsekreten oder Gewebsflüssigkeit. Der Juckreiz ist enorm: Manche Pferde entwickeln unterschiedlichste Techniken, um sich zu kratzen, oder sie stampfen ständig mit dem Fuß auf“, erzählt Melanie Hille. Bei Milbenverdacht ist ein Abschabepräparat das Mittel der Wahl für die Diagnostik. Nachdem der Milbenbefall bestätigt ist, kann der Tierarzt die richtige Therapie auswählen.

Pflege und Haltungsbedingungen

Um Mauke vorzubeugen, bürstet Melanie Hille jeden Tag den Behang aller vier Füße, entfernt lose Haare und abgestorbene Hautpartikel. „Die Fesselhaare schneide ich so, dass sie den Boden nicht berühren. Manchmal schere ich die Fessel, nur den Behang an der Beinvorderseite lasse ich als Schutz vor der Feuchtigkeit.“ Dank des angepassten Managements klappt es trotz Behang auch mit der Offenstallhaltung. Melanie Hilles Fazit: „Selbst bei Morgentau oder trotz Matschecken zeigt sich: Bewegung, Sonne und Luft wirken besser als jede Salbe. Eine gesunde Haut braucht Pflege, aber auch ein stabiles Immunsystem, ausreichend Bewegung, um den Stoffwechsel aktiv zu halten – und einfach gute Lebensbedingungen, die für eine zufriedene Pferdeseele sorgen.“

Cornelia Höchstetter

Salben, Tinkturen & Co. – es gibt unzählige Arznei- und Hausmittel, um Mauke zu behandeln und dennoch ist es schwer, das jeweils passende zu finden. Foto: Stacey Wigmore/arnd.nl

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