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Stall des Jahres 2026
Klare (Pferde-)Haltung gesucht
Bewegung, Sozialkontakte, Licht und Luft: die Grundbedürfnisse des Pferdes stehen auch 2026 wieder im Mittelpunkt des Wettbewerbes „Stall des Jahres“. Gesucht werden Pferdebetriebe und -vereine, die im Alltag zeigen, was artgerechte Pferdehaltung bedeutet.
Freilauf und artgerecht mit der Gruppe unterwegs. Fotos: FN-Archiv
Pferde verbringen den größten Teil ihres Lebens in ihrer Haltungsumgebung. Daher hat diese entscheidenden Einfluss auf ihr Wohlbefinden. Der Wettbewerb „Stall des Jahres“ macht Betriebe sichtbar, die diese Verantwortung ernst nehmen. Gesucht sind Vorbilder für artgerechte Pferdehaltung. Dabei geht es nicht um Hochglanz, sondern Haltung. Nicht um Perfektion, sondern Verantwortung. Betriebe können sich ab sofort online um den öffentlichkeitswirksamen Titel bewerben und ihre Konzepte vorstellen.
Was macht einen guten Stall aus?
Ein guter Stall ist kein Zufall, sondern ein Gesamtkonzept, das sich am Pferd orientiert. Die Jury bewertet die Haltung anhand der „Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten“ des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMHEL). Dabei stehen besonders folgende Aspekte im Fokus:
Bewegung & Sozialkontakt
Pferde sind Steppen- und Herdentiere. Sie brauchen freie Bewegung über viele Stunden am Tag und verlässlichen Sozialkontakt in stabilen Gruppen. Gute Pferdehaltung sorgt dafür, dass dieser Bedarf täglich erfüllt wird, unabhängig vom Wetter und Trainingsplan.
Fütterung & Grundversorgung
Ausreichend Raufutter in guter Qualität ist Basis jeder Pferdehaltung. Pferde sind Dauerfresser und können lange Fresspausen gesundheitlich nicht ausgleichen. Gute Betriebe achten darauf, dass alle Pferde stressfrei fressen können und Futterstellen sicher, sauber und sinnvoll verteilt sind.
Licht, Luft & Stallklima
Tageslicht, frische Luft und ein angenehmes Klima sind essenziell für Gesundheit und Wohlbefinden. Gute Stallungen sind hell, gut belüftet und bieten Schutz, ohne die Pferde zu isolieren.
Sicherheit im Stallalltag
Gute Ställe achten auf eine sichere Umgebung ohne scharfe Kanten, hervorstehende Nägel, gesplitterte Tröge, gefährliche Gitterabstände oder instabile Zaunelemente.
Hinschauen, mitdenken
Artgerechte Pferdehaltung gelingt überall dort am besten, wo viele mitdenken. Nicht nur Stallbetreiber tragen Verantwortung, sondern auch jeder einzelne Pferdebesitzer und jeder Einsteller kann dazu beitragen, dass Pferde sicher, gesund und zufrieden leben. Diese Fragen helfen bei der Einschätzung, ob ein Stall wirklich pferdegerecht ist:
- Hat mein Pferd täglich mehrstündige freie Bewegungsmöglichkeiten?
- Kann es über viele Stunden am Tag Raufutter aufnehmen?
- Wirkt die Stallumgebung ruhig, strukturiert und sicher?
- Werden potenzielle Gefahren erkannt und beseitigt?
Wer Mängel erkennt, sollte sie ansprechen. Freundlich, sachlich und im Sinne der Pferde. Denn Pferde können nicht sagen, wenn etwas nicht stimmt. Menschen schon.
Cosima Meyer
Ablauf des Wettbewerbs
1. Online-Bewerbung
Stallbetreiber und Vereine füllen unter pferd-aktuell.de/stalldesjahres ein kurzes Formular aus und sind damit in der ersten Bewerbungsrunde.
2. Virtueller Stallrundgang
In der zweiten Runde stellen Bewerber Foto- und Filmmaterial zur Verfügung, unkompliziert zum Beispiel per WhatsApp. So erhält die Fachjury einen ersten Einblick.
3. Jurybesuch vor Ort
Ausgewählte Betriebe werden besucht. Die Jury gibt wertvolles Feedback und betrachtet Haltung, Management und Sicherheit im Alltag.
4. Feierliche Verleihung
Der Titel „Stall des Jahres 2026″ wird Ende August im Rahmen der Al Shira’aa Bundeschampionate in Warendorf feierlich verliehen. Die Auszeichnung ist Höhepunkt für den Gewinnerbetrieb, mit attraktiven Gewinnen verbunden und Inspiration für andere.
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