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Splitter rund ums Turnierreiten

Ab aufs Turnier

Der Frühling ist da und mit ihm die Turniersaison im Grünen. Höchste Zeit also, das eigene Wissen zu Prüfungsformen, Ausrüstungskatalog & Co. aufzufrischen, Neuerungen zu kennen und sich daran zu erinnern, warum Turnierreiten wertvoll und jeder ein Vorbild ist. Das PM-Forum hat einige Splitter rund ums Turnierreiten als Gedankenstütze zusammengestellt.

Fotos: RuF Kloster Heiligenrode (2), Sabine Brose/galoppfoto.de (2)

Warum ist ein Turnierstart sinnvoll?

Ganz weg vom Leistungsgedanken und dem Traum von Schleifen, den sicher viele Reiter haben, sind Turniere eine wundervolle Möglichkeit, den eigenen Trainingsfortschritt zu überprüfen und gemeinsam mit dem Pferd zu wachsen. Vom Gedanken an das Pferdewohl – das höchste Gut im Pferdesport – ausgehend, sollte es im Interesse jedes Reiters sein, ein eben bestmöglicher für sein Pferd zu sein. Wer in der Lage ist, sein Pferd korrekt zu reiten und zu gymnastizieren, trägt zu dessen Gesunderhaltung bei. Dazu gehört auch, sich und sein Reiten regelmäßig von Außenstehenden kontrollieren zu lassen und sich ein unabhängiges Feedback einzuholen. Turniere sind eine tolle Möglichkeit dafür. Sie geben Auskunft darüber, wo man innerhalb der Ausbildung steht, woran man noch arbeiten sollte, wie stark die Vertrauensbasis zwischen Pferd und Reiter ist und ob man sich weiterentwickelt hat.

Foto: RuF Kloster Heiligenrode

Gut zu wissen: Prüfungsformen Dressur

Dressurreiterprüfung: Ideal für Einsteiger oder alle, die den Sprung in eine höhere Klasse angehen wollen. Hier wird der Reiter bewertet, es stehen also Sitz und Einwirkung im Fokus. 

Dressurpferdeprüfung: Für junge Pferde von vier bis acht Jahren gedacht. Hier treffen sich junge Pferde unter sich und es werden der altersgerechte Ausbildungsstand, die Grundgangarten und die Rittigkeit bewertet.

Dressurprüfung: Hier geht es um Reiter und Pferd. Es werden Sitz und Einwirkung beurteilt, doch ebenso die Durchlässigkeit des Pferdes.

Ausrüstungskatalog – Neuerungen im Überblick

Mit dem LPO-Ausrüstungskatalog 2026 führt Pferdesport Deutschland einige Neuerungen für den nationalen Turniersport ein. Ziel ist es, das Tierwohl weiter zu stärken, Regelungen zu vereinheitlichen und den Ausrüstungseinsatz an moderne sowie internationale Standards anzupassen. Die sind die wichtigsten, disziplinübergreifenden Neuerungen im Überblick:

Sporen: Die maximale Sporenlänge wurde in allen Disziplinen auf vier Zentimeter reduziert. Wichtig:
Gemessen wird die Länge ab dem Stiefel. Rädchensporen mit Zacken sind nicht mehr zulässig.

Fliegenschutz: 

Nosecover: Erstmals sind sie disziplinübergreifend in allen Leistungsprüfungen zugelassen, auch in der Dressur.
Fliegenmaske: Eine netzartige Fliegenmaske ist auf dem Vorbereitungsplatz zugelassen, jedoch nicht beim Überwinden von Hindernissen. Das Ausdruckverhalten des Pferdes muss beurteilt werden können.

Hufschuhe: Diese sind grundsätzlich erlaubt, sofern sie fachgerecht angebracht sind. Die Ausnahme bilden Basis- und Aufbauprüfungen.

Zäumungen: Das Umwickeln des Mundstückes mit Latex ist zugelassen, dabei müssen vorgegebene Gebissstärken inklusive Latex erhalten bleiben. In Prüfungen, in denen Stangengebisse nicht zulässig sind, muss es so umwickelt sein, dass es nicht zur Stange wird.

Nasentape: Dieses ist disziplinübergreifend zugelassen.

Foto: Frank Sorge/galoppfoto.de

Alle weiteren Neuerungen sind im LPO-Ausrüstungskatalog 2026 zu finden. Diesen gibt es zum kostenlosen Download unter www.pferd-aktuell.de in der Kategorie „Turniersport ➝
Regelwerke und Merkblätter“

Foto: Monika Kaup

Ich, Du, Sie – Wir ALLE sind Vorbilder!

Vikoria Laufkötter, Richterin und Ressortleiterin Sport von Pferdesport Deutschland, sagt:

„Wir alle sind Vorbilder. Das müssen wir uns noch mehr bewusst machen. Wir müssen noch viel mehr zeigen, was für ein positives Erlebnis ein Turnier ist, wie toll es ist mit dem Partner Pferd gemeinsam etwas zu erreichen. Es geht um das Vertrauensverhältnis und was für ein Gefühl es einem gibt, wenn man gemeinsam mit seinem Pferd auf etwas hinarbeitet und das in der Prüfung zeigen kann. Doch wir müssen auch die Augen offenhalten, uns weiterbilden und immer wieder selbstkritisch hinterfragen. Jede und jeder von uns trägt Verantwortung – für unseren Sport, vor allem aber für die Pferde und unseren Umgang mit ihnen. Ich, Du, Sie – Wir alle sind Vorbilder!“

Text: Eva Borg, Maike Hoheisel-Popp

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