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1. Takt, Fleiß und Raumgriff
… sind die Kriterien für einen guten Schritt. Losgelassenheit ist dafür die unabdingbare Voraussetzung. Nur ein zufriedenes und entspanntes Pferd wird gelassen zum Schreiten kommen.
2. Nickbewegung zulassen
Beim Schreiten bewegt das Pferd den ganzen Körper, auch Kopf und Hals. Durch Mitgehen mit der Hand lässt der Reiter zu, dass das Pferd den Ganaschenwinkel öffnet und die Stirn-Nasenlinie vor die Senkrechte kommt.
3. Immer im Wechsel
Den Schritt treibt der Reiter wechselseitig: wenn das rechte Hinterbein des Pferdes vorfußt, treibt der rechte Schenkel – links dann analog. Das erfordert einen losgelassenen Sitz mit geschmeidigem Becken. Reiten ohne Bügel wirkt hier Wunder.
4. Konzentration, bitte!
Das Schrittreiten braucht einen festen Platz im Training – nicht nur zu Beginn und am Ende der Arbeit. Sondern vom längeren zum kürzeren Zügel, auf geraden und gebogenen Linien, in unterschiedlichen Tempi und auch mal mit Lektionen wie Kurzkehrt. Ganz bewusst und konzentriert. Ohne Bummeln, ohne Handy, ohne Quatschen.
5. Trab-Galopp-Übergänge für den Rücken
Es klingt paradox, doch häufige Wechsel zwischen Trab und Galopp verbessern den Schritt. Die Übergänge wirken sich positiv auf die Rückentätigkeit aus und fördern die Losgelassenheit. Grundvoraussetzung für gelassenes Schreiten.
6. Zum Treiben kommen
Je besser das Pferd die treibenden Hilfen annimmt, desto besser ist der Schritt. Übungen wie Schenkelweichen und Übertreten lassen, fördern den Schenkelgehorsam und die Durchlässigkeit und damit auch den Schritt.
7. Die goldene Mitte
Manche Reiter scheinen ihre Pferde im Schritt regelrecht anschieben zu wollen. Die Folge: Das Pferd hält sich im Rücken fest, der Schritt gerät aus dem Takt. Ist der Reiter zu passiv, leidet der Fleiß – wie so oft liegt die Lösung in der Mitte: aktives Unterstützen aus dem Schenkel bei weicher Hand und ruhigem Oberkörper.
8. Raus an die frische Luft
Beim Reiten im Gelände muss sich das Pferd an viele unterschiedliche Situationen anpassen. Bergauf, bergab, auf Sand oder Gras, auf tiefem oder trockenem Boden – immer wird das Gleichgewicht gefordert und die Losgelassenheit gefördert. Das kommt dem Schritt zugute.
9. Gradmesser
Der Schritt sagt sehr viel aus über die Qualität der Ausbildung. In höheren Dressuren gibt es deshalb doppelte Punkte für gutes Schreiten. Grund genug, das Schrittreiten ernst zu nehmen und genauso zu üben wie Trab und Galopp.
10. Über Cavaletti
Auch für die Schrittarbeit sind Cavaletti wertvoll – immer in der niedrigsten Einstellung. Das fördert die Konzentration und bringt Ruhe ins Pferd, zum Beispiel beim Erarbeiten der einfachen Galoppwechsel. Circa 80 cm beträgt der Abstand für den Schritt.
Lina Sophie Otto
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